Der MTV Stuttgart gastiert am Samstag beim TV Langen.

Fekre Abraha war am vergangenen Samstag schon der Frust ins Gesicht geschrieben, bevor die 65:83-Pleite des MTV Stuttgart in der 1. Basketball-Regionalliga gegen den Lokalrivalen REWE Aupperle Fellbach feststand. Kurzzeitig legte sich der 19-Jährige sogar mit Mitspieler Rafael Kaltzidis an. Die Frage nach dem Grund für Abrahas Verärgerung ließ sich einfach beantworten: Während der gesamten Begegnung kam der Aufbauspieler nicht eine einzige Minute zum Einsatz. Das galt auch für den zweiten Kooperationsspieler von Kirchheim Knights, Center Andreas Nicklaus. Eine durchaus überraschende Entscheidung für Außenstehende. Schließlich gelten die Partnerspieler des Zweitligisten aus Kirchheim, die für die Stuttgarter auflaufen dürfen, als hoch veranlagt.
Nun war der MTV-Kader im Derby gegen Fellbach mit zwölf Akteuren so üppig besetzt wie noch nie in dieser Spielzeit. Aber auch in den Begegnungen mit weniger Konkurrenz kamen Nicklaus und Abraha nur selten zum Zug. Ihre durchschnittlichen Einsatzzeiten: Fekre Abraha kommt in der laufenden Saison auf sechs Minuten, beim 19-jährigen Andreas Nicklaus sind es lediglich fünf.
Torsten Böhringer, Trainer des MTV Stuttgart, zeigt sich entspannt ob dieser Thematik. „Du bekommst eben auch in der Regionalliga nicht einfach 20 Minuten Einsatzzeit“, sagt er. Vor allem wenn sich wie im Falle von Andreas Nicklaus die gemeinsamen Trainingszeiten teilweise nur auf einen Tag in der Woche beschränken. Dazu sind die Leistungen von Center Nick Mosley, dem bisher in nahezu jedem Saisonspiel ein Double-Double gelang, zu überzeugend, als dass es für mehr Spielanteile reichen könnte. „Dennoch“, betont der 33-jährige Coach, „werden beide noch genügend Einsätze bei uns bekommen“.
Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich an diesem Samstag beim TV Langen. Die Hessen verfügen über eine gute Defensive und spielen nach vorne einen strukturierten Basketball – ähnlich also wie der MTV. „Nur unter dem Korb haben wir mehr Power“, sagt Torsten Böhringer. Ob ein Teil dessen auch Andreas Nicklaus sein wird, ist noch offen – parallel spielen auch die Knights.

(Simon Valachovic, Stuttgarter Zeitung)