Der Konkurrent patzt, der MTV profitiert: Die Stuttgarterinnen sind vorzeitig Meister.

Sie haben es tatsächlich geschafft, und dies früher als eigentlich geplant. Denn viel hatte darauf hingedeutet, dass die Basketballerinnen des MTV Stuttgart und von PS Karlsruhe Lions am letzten Spieltag der Regionalligasaison den Kampf um den Titel im direkten Vergleich ausfechten werden. Doch inzwischen steht dieses Duell, das am Samstag in Karlsruhe ausgetragen wird, nicht mehr unter dem Zeichen des Saisonfinales. Es ist eigentlich nur noch ein Schaulaufen, denn die Meisterschaft wurde bereits am vergangenen Samstag entschieden.

Natürlich verdanken die Stuttgarterinnen ihren Titelgewinn ihrer hohen spielerischen Qualität und ihrem Kampfgeist, Aber eben auch der Tatsache, dass der ärgste Konkurrent PS Karlsruhe Lions gegen Ende der Runde ordentlich ins Trudeln kam. Während sich der MTV von Sieg zu Sieg kämpfte, mussten die Lions mehrmals Federn lassen. Am vergangenen Wochenende war es dann soweit: Die bis dato im Klassement führenden Badenerinnen verloren ihr Heimspiel gegen die BBU 01 Ulm – die dritte Saisonniederlage, während die Stuttgarterinnen lediglich ein Mal unterlegen waren. Damit war beim Anpfiff der Begegnung des MTV mit den Basket Ladies Kurpfalz bereits klar, dass den MTV angesichts von nur noch zwei verbleibenden Saisonspielen nur noch dieser eine Sieg von der Meisterschaft trennte. „Ich habe Freunde von mir gebeten, das Spiel anzuschauen. Wir wussten also schon Bescheid, als es bei uns losging“, sagte MTV-Trainer Sebastian Gölz.

Die große Chance zum vorzeitigen Titelgewinn machte die Spielerinnen aber nicht übermäßig nervös. Souverän dominierten die Stuttgarterinnen ihre Gegner aus Leimen und erspielten sich einen deutlichen 85:50-Sieg. Von der ersten Minute an gaben die Stuttgarterinnen Gas und ließen dem Gegner kaum Möglichkeiten. Trotz des Ausfalls von Birte Bencker und Sirin Zengin, die aus privaten Gründen fehlten, lieferte der MTV einen soliden Spielaufbau. Zur Halbzeit hatten sich die Gastgeberinnen aus Stuttgart eine knappe 36:25-Führung gesichert. In der zweiten Hälfte legte der MTV noch einmal eine Schippe drauf und zog endgültig davon. Während die Defense der Stuttgarterinnen im dritten Viertel nur zehn Punkte zuließ, lief die Offense wie ein gut geöltes Uhrwerk. Der Zwischenstand von 63:35 war vorentscheidend.

Wegen der vorzeitig errungenen Meisterschaft ist die Luft aus der letzten Partie des MTV in der laufenden Spielzeit zwar schon draußen. Aber verlieren will Gölz die Begegnung bei den PS Karlsruhe Lions dennoch nicht. „Wir werden alles geben, allein schon aus Respekt vor unseren Gastgebern“, sagt er. „Zudem haben wir weiterhin das Ziel, guten Basketball zu spielen.“ Den Druck jedoch haben die Stuttgarterinnen nun nicht mehr. Aber: Einen Aufstieg in die 2. Bundesliga wird es trotz des Titelgewinns nicht geben. Das haben Trainer, Mannschaft und Verein nach sorgfältigem Abwägen der Umstände entschieden. „Wir haben aktuell noch nicht die Strukturen in der Abteilung, dass ein Aufstieg sinnvoll wäre“, kommentiert Gölz. „Das ist aber definitiv ein Ziel für die nächsten Jahre.“