Trotz starker Leistung muss sich der MTV dem Tabellenführer knapp geschlagen geben.

Es ist ein beeindruckender Lauf, den die Basketballer des MTV Stuttgart seit der Winterpause hingelegt haben. Fünf von sechs Spielen haben sie im Jahr 2018 gewonnen und waren zuletzt viermal in Folge als Sieger vom Feld gegangen. Doch diese Serie endete am Samstag gegen ein Team, das aktuell das Maß aller Dinge in der 1. Regionalliga Südwest ist: der Tabellenführer wiha Panthers Schwenningen, der sich in der Landeshauptstadt mit 66:58 durchsetzte und damit den 19. Sieg im 20. Saisonspiel verbuchte. Allerdings war es für die Mannschaft von Trainer Torsten Böhringer eine Niederlage von der Sorte, die jede Menge Selbstvertrauen geben kann. Denn viel hat nicht gefehlt, und der MTV hätte dem Spitzenreiter mit einer kämpferisch bärenstarken Leistung den Zahn gezogen. Die Schwenninger, die im Schnitt 86 Punkte pro Partie machen, unter 70 Punkten zu halten, das war in der aktuellen Saison bislang noch keinem anderen Team geglückt. Nicht einmal der SG TV Dürkheim/BB-Int. Speyer, die den Panthers am zweiten Spieltag ihre bislang einzige Niederlage in der laufenden Runde zugefügt hat.

Zwar haderte MTV-Coach Böhringer nach der Begegnung ein bisschen mit dem sportlichen Schicksal. Doch letztlich überwog der positive Eindruck, den er gewonnen hatte. „Dieses Spiel zeigt uns, wie nahe wir an dem Spitzenreiter dran sind.“ Dem Trainer kann schwerlich widersprochen werden. Denn in Sachen Leistungsniveau waren es nur Nuancen, die den Stuttgartern gefehlt hatten. „Ein Quäntchen mehr Glück“, hätte sich Böhringer für sein Team gewünscht. Denn mit zwei Dingen hatte der MTV einiges Pech: Erstens mit der Wurfausbeute, zweitens mit einigen Entscheidungen der beiden Unparteiischen, die beim Anhang des MTV einiges an Unmut auslösten. Der Stuttgarter Trainer äußerte sich zur Schiedsrichterleistung diplomatisch: „Kein Kommentar.“ Da geriet die Aussage zur Leistung seiner Mannschaft schon direkter: „Wir haben gut und wir haben mutig gespielt.“ Vor allem in der Defensive wussten die Stuttgarter zu überzeugen. Böhringer hatte eine strikte Mann-Mann-Verteidigung angeordnet, die sein Team konsequent umsetzte. Die wichtigste Komponente des Konzepts war, den Schwenninger Top-Scorer Rasheed Lee Moore so weit wie möglich aus dem Spiel zu nehmen. Und das gelang prächtig: Moore, in der Scorerliste der Liga mit einem Schnitt von 21,3 Punkten auf Rang vier zu finden, brachte es gegen den MTV gerade einmal auf 13 Punkte. Allerdings bereitete Schwenningens Zwei-Meter-Mann Petar Madunic den Stuttgartern einige Probleme.

Hatte die Mannschaft von Coach Böhringer zu Beginn des Jahres eher zäh in die Partien gefunden, setzte sie diesmal gleich ein Zeichen. Angetrieben von Cyrill da Silva und Nick O’Brian erarbeiteten sich die Gastgeber im ersten Viertel eine 18:14-Führung. Die hätte aber noch deutlich höher sein können, wenn den MTV-Akteuren nicht der eine oder andere leichte Wurf missraten wäre. Im zweiten Viertel stand die Defensive der Stuttgarter zwar immer noch gut, aber in der Offensive lief kaum noch etwas mehr zusammen. Selbst eigentlich sichere Schützen im Kader der Gastgeber ließen ein um andere Mal gute Gelegenheiten liegen, um zu punkten.

Nun ist ein Halbzeitstand von 26:31 aus Sicht des MTV durchaus aufholbar. Zumal Böhringers Truppe das dritte Viertel mit 19:19 ausgeglichen zu gestalten wusste. Die Aufholjagd der Stuttgarter im vierten Spielabschnitt verlief dramatisch. Die Gastgeber hatten den Rückstand bei noch vier Minuten auf der Uhr auf 57:59 verkürzt. Es folgten Fehlwürfe von Nick O’Brian und Jose Angel Tejada Munoz, während Rasheem Moore für die Schwenninger traf. Die Gäste bekamen in der Folgezeit noch insgesamt vier Freiwürfe zugesprochen. Damit hätte es beim Stand von 57:63 bei noch 57 Sekunden vor der Schlusssirene für die Stuttgarter ein kleines bis mittleres Basketballwunder gebraucht. Doch das blieb allerdings aus.

MTV Stuttgart: Ruben Leidel, Falco Meyer-Hübner, Milos Manic (9 Punkte), Jonas Leidel (4), Alexander Komitakis (2), Lukas Müller (4), Christian Gundlach, Serge Lopez Nünez, Marvin Jaumann, Nickolas O’Brian Mosley (17), Cyrill Da Silva (12), Jose Angel Tejada Munoz (10).

Mike Meyer