Der Regionalligist MTV Stuttgart braucht erneut die Verlängerung, um ein Spiel zu gewinnen. Am Ende steht ein 85:81-Auswärtssieg bei den BG Eisbären. 

Es sind zwei wichtige Erkenntnisse, die der MTV Stuttgart nach dem 85:81-Auswärtssieg (34:37) bei den BG Eisbären ziehen konnte. Zum einen, dass der Basketball-Regionalligist mit sieben Siegen nach der Hälfte aller Spiele derzeit eine ordentliche Distanz auf die Abstiegsränge hat – eine durchaus ansprechende Leistung, hatten die Nord-Stuttgarter in der abgelaufenen Spielzeit zum gleichen Zeitpunkt doch nur drei Siege auf der Habenseite. Da in der aktuellen Spielzeit allerdings bis zu vier Teams absteigen können, sehen die MTV-Verantwortlichen ihre Mannschaft noch nicht gerettet. „Klar ist, dass es ein super Vorsprung ist, den wir uns bislang erarbeitet haben. Das heißt aber nicht, dass wir in Sachen Nicht-Abstieg schon aufatmen können“, sagt Trainer Torsten Böhringer und schätzt die Lage trotz des Sieges nüchtern ein.

Was den Coach indes sehr freute, war die zweite Erkenntnis; nämlich jene, dass seine Mannschaft über ein starkes Nervenkostüm verfügt. Wie schon in der Begegnung gegen den TV Lich kam es auch am Sonntagabend zum seltenen Fall, dass das Spiel in die Verlängerung ging. Und wieder konnte der MTV als Sieger vom Platz gehen. „In der Hinsicht ist das Glück derzeit einfach auf unserer Seite“, sagt der MTV-Trainer über die neu gewonnene Siegermentalität.

Den Erfolg mussten sich die Nord-Stuttgarter, bei denen Jose Tejada-Munoz und Falco Meyer-Hübner fehlten, in Karlsruhe aber über weite Strecken hart erarbeiten. Denn die Mannschaft fand nur sehr schwer ins Spiel, hatte vor allem gegen die Distanzschützen der Badener große Probleme. Der Fokus im Spiel der unter dem neuen Trainer Goran Miljevic angeleiteten Eisbären lag deshalb vor allem auf den eigenen Guards. Insgesamt acht Mal rauschte der Ball in der ersten Halbzeit von der Dreierlinie in den Korb des MTV. Mitte des dritten Viertels sah dann sogar vieles nach einer Niederlage der Gäste aus der Landeshauptstadt aus. Mit zwölf Punkten lagen sie zwischenzeitlich zurück. „Dann haben wir einfach besser verteidigt und Fehlwürfe runter gepflückt“, nennt Böhringer die Hauptgründe für eine gelungene Aufholjagd, die letztlich Milos Mandic vollendete. Per Offensiv-Rebound in letzter Sekunde rettete der Forward den MTV beim Stand von 77:77 in die Verlängerung.

Entschieden wurde die Begegnung schlussendlich durch das zu aggressive Spiel der Eisbären. Während der Overtime durften die zwei größten Spieler der Badener aufgrund zu vieler Fouls nicht mehr auf das Parkett. So konnte der wieder einmal stark aufgelegte Nickolas O’Brian Mosley, dem sein Trainer eine „überragende Leistung“ attestierte, unter dem Korb seine Dominanz zeigen.

Alles in allem war der MTV-Coach freilich auch mit der gesamten Mannschaftsleistung sehr zufrieden. Neben Mosley hob er vor allem die Mentalität von Jonas Leidel hervor. „Er hat die Jungs bis zum Ende mitgerissen“, lobt er seinen Teamkapitän.

MTV Stuttgart: Cyrill Da Silva (10), Christian Gundlach, Marvin Jaumann, Rafail Kaltzidis, Alexander Komitakis (3), Jonas Leidel (20), Ruben Leidel (2), Serge Lopez Nunez (1), Milos Mandic (10), Nickolas O’Brian Mosley (32), Lukas Müller (7), Temesghen Tecleyohanis.

Simon Valachovic (Nordrundschau)