Dank starker Abwehr feiern die Stuttgarter den vierten Saisonsieg.

Es könnte durchaus als eine Art Lauf beschrieben werden, was der MTV Stuttgart derzeit vorzuweisen hat. Nach zwei deutlichen Niederlagen zum Saisonbeginn fuhr der Basketball-Regionalligist in der Zwischenzeit vier teils spektakuläre Siege ein. Zuletzt am Dienstagnachmittag gegen die Tigers Tübingen, die beim 65:61 in der Halle West wie schon zuvor die Mannschaften aus Koblenz, Limburg und Mainz an der mittlerweile stabilen MTV-Defensive zu Bruch gingen. „Wieder einmal haben wir gut verteidigt und waren deshalb auch auf das gesamte Spiel betrachtet das bessere Team“, urteilte MTV-Trainer Torsten Böhringer nach dem neusten Streich seiner Mannschaft, der jedoch ebenso von vielen unsauberen Momenten der Offensive geprägt war.

Zwar zeigt die Formkurve aktuell nach oben bei den Stuttgartern; daran änderte auch die Niederlage gegen Ligaprimus Schwenningen vor zwei Wochen nichts. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, nutzten die Verantwortlichen beim Club vom Kräherwald stattdessen die frei gewordenen Emotionen und wandelten sie in Motivation. Dennoch ist das Spiel des MTV nach wie vor äußerst fehleranfällig: ein Ballverlust hier, ein vergebener Korbleger da. Solche Konzentrationsdefizite summieren sich schnell und die Spitzenteams der Liga sind bekannt dafür, das eiskalt auszunutzen. „Tübingen kam zum Glück erst im letzten Drittel ran mit einigen Dreiern. Das ist natürlich gut fürs Publikum aber schlecht für mein Herz“, sagte Böhringer, der trotz des Sieges nicht ganz zufrieden war und froh sein konnte, dass der Gegner eben „nur“ die Tübinger und nicht etwa Hochkaräter wie die Mannschaften aus Speyer oder Langen gewesen sind.

Letztlich blieb der Punktgewinn für die Stuttgarter aber ungefährdet, weil insbe-sondere in den ersten beiden Vierteln vieles zusammenlief an der Bebelstraße. Zehn Punkte betrug der Vorsprung zur Halbzeit, der über das dritte Viertel hinweg bis zum Schlusspfiff über die Zeit gebracht werden konnte. „Es ist noch Luft nach oben, das hat jeder gesehen. Das sollte uns noch einmal mehr motivieren“, sagte Böhringer, der abermals auf seinen Neuzugang auf der Center-Position vertrauen konnte. Mit 21 Punkten war Nickolas O’Brian Mosley Stuttgarts größter Punktelieferant und wichtiger Impulsgeber auf dem Feld. „Wir verbuchen das unter der Kategorie: ‚Ein Sieg ist ein Sieg.‘ Am Wochenende können wir uns nun ein bisschen ausruhen und dann wieder voll angreifen“, resümierte Böhringer, der mit seinem Team nach sieben Spielen für viele überraschend auf dem siebten Tabellenplatz steht. An diesem Wochenende ist der MTV spielfrei. Am 11. November empfangen die Stuttgarter dann den MTV Kronberg in eigener Halle. Dort soll der Aufwärtstrend gegen den Aufsteiger fortgeführt werden.

MTV Stuttgart: Rafael Kaltzidis, Milos Mandic (16 Punkte), Jonas Leidel (2), Ruben Leidel (3), Christian Gundlach (6), Falco Meyer-Hübner (9), Cyril Da Silva (8), Marvin Jaumann, Nickolas O’Brian Mosley (21), Jose Tejada Munoz, Alexander Komitakis.

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)