Der MTV Stuttgart gewinnt in der 1. Regionalliga das Derby gegen die Flashers Fellbach mit 66:58.

Der Charakter eines Derbys bringt es in der Regel mit sich, dass technische Feinheiten für die Dauer einer Begegnung vergessen sind. Stattdessen liegt die Konzentration auf der Physis und der Mentalität – der reine Siegeswille steht über allem, worunter die Schönheit des Spiels mitunter leidet. Wer also beim Aufeinandertreffen zwischen den Flashers Fellbach und dem MTV Stuttgart in der 1. Regionalliga auf eine spielerisch hochwertige Basketballpartie gehofft hatte, der wurde ein wenig enttäuscht. Und so sagte Jonas Leidel, Kapitän des MTV Stuttgart, nach der Partie fast schon entschuldigend: „Das hatte vollen Derbycharakter. Ein schönes Spiel war es definitiv nicht.“
Dass dem großgewachsenen Forward diese Feststellung jedoch kaum etwas auszumachen schien, lag schlichtweg daran, dass die Nord-Stuttgarter mit 66:58 (28:26) als Sieger aus dem punktearmen und kampfbetonten Duell hervorgingen.
Dass den zehntplatzierten Fellbachern ihr Center Andre Gillette fehlte, war ihrem Spiel deutlich anzumerken. Insgesamt elf Offensiv-Rebounds mehr pflückte der MTV vom Korb. Eine Tatsache, die vor allem in den Schlussminuten entscheidend war, als sich die Nord-Stuttgarter erstmals wirklich absetzten. Zuvor hatte das Spiel überwiegend von Spannung und von vielen Führungswechseln gelebt. „Wir haben gut gespielt. Ohne Andre nur 66 Punkte zuzulassen, stimmt mich zufrieden“, sagte der Fellbacher Coach Chris Ferguson. Zudem habe man in Nick Mosley den besten Spieler der Liga bei 13 Punkten gehalten.
Dies allerdings gelang nur, weil den Topscorer teilweise bis zu drei Fellbacher in Manndeckung nahmen – was dem MTV, wie schon gegen den ASC Mainz, Raum auf den Außenpositionen verschaffte. Nutznießer dieser Freiheiten war der Ex-Fellbacher Jose Tejada-Munoz, der mit 24 Punkten zum besten Werfer avancierte. „Jose hat durch teils wilde Aktionen wichtige Punkte für uns gemacht“, lobte MTV-Trainer Torsten Böhringer seinen dynamischen Shooting Guard. Aber auch mit Jonas Leidel war er zufrieden. Schließlich kam der MTV-Kapitän auf insgesamt zwölf Rebounds und 14 Punkte. „Jonas ist heute gut zum Korb gegangen“, sagte Böhringer.
Marco Schlafke, der mit seinem Wechsel von Fellbach zum sechstplatzierten MTV kürzlich für Aufsehen sorgte, blieb indes eher unauffällig. Der Aufbauspieler erzielte zwar seine ersten Punkte für die Nord-Stuttgarter – ansonsten wollte ihm nicht viel gelingen. „In der Defense hat Marco aber gute Arbeit geleistet“, sagte Böhringer.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (13), Marco Schlafke (2), Milos Mandic (4), Jonas Leidel (14), Alexander Komitakis (2), Christian Gundlach (3), Fekremariam Abraha, Andreas Nicklaus, Cyril Antoine da Silva (1), Rafail Kaltzidis (3), Jose Angel Tejada-Munoz (24).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)