Der MTV Stuttgart zeigt beim 81:78-Erfolg in Hockenheim einige ungewohnte Schwächen.

So ganz wollte sich die Miene von Torsten Böhringer auch nach dem Ertönen der Schlusssirene nicht aufhellen. Und das, obwohl der MTV Stuttgart mit dem 81:78-Sieg bei der BG Eisbären in Hockenheim bereits den dritten Erfolg in Serie feiern konnte. Damit ist auch der vierte Tabellenplatz der 1. Regionalliga für die MTV-Basketballer wieder in greifbare Nähe gekommen. Doch die Art und Weise, wie der Sieg zustande kam, passte dem MTV-Trainer nicht. „Wir können eigentlich viel mehr“, sagte Böhringer. Vor allem die schlechte Verteidigungsarbeit war dem 32-Jährigen ein Dorn im Auge. Denn Böhringers Mannschaft vernachlässigte wieder mal ein altbekanntes Problem. „Von außen lassen wir viel zu viel zu“, sagte der Trainer, der diese Schwachstelle immer wieder trainieren lässt.

Dabei sah zu Beginn des Spiels alles relativ souverän aus. Der MTV brachte gegen die abstiegsgefährdeten Karlsruher seine übliche Präsenz unter dem Korb zum Tragen und hatte sich Ende des ersten Viertels bereits einen komfortablen Vorsprung erarbeitet (24:15). Doch die Eisbären fanden zurück ins Spiel und drehten die Partie zwischenzeitlich sogar gänzlich. Anstatt der zuvor deutlichen Führung, mussten die Stuttgarter nach der Halbzeitpause einem Rückstand von vier Punkten hinterher laufen (38:42). „Wir waren nur am Anfang gut“, sagte Torsten Böhringer. So war der Karlsruher Jungstar Matej Jelovcic, der sich in den vergangenen Wochen in bestechender Form zeigte, mit 10 Punkten zwar eher unauffällig. Dafür stellte Außenspieler Kenneth Fluellen die Stuttgarter Defensive immer wieder vor große Probleme. Der US-Amerikaner traf vier seiner sieben Versuche aus der Distanz.

Dass der Böhringer-Tross dennoch das Ruder noch umzureißen wusste, lag vor allem an Cyrill da Silva. Wieder einmal, muss man fast schon sagen. Denn der Aufbauspieler, der bereits beim Derbysieg gegen Fellbach eine Hauptrolle einzunehmen wusste, nahm das Spiel in der entscheidenden Phase in die eigene Hand. So machte der 34-Jährige 19 seiner insgesamt 24 Punkte in der zweiten Halbzeit. Von seinen zwölf Versuchen fanden sieben ihr Ziel. Eine starke Quote. „Wir können uns in solchen Phasen aber nicht immer auf ihn verlassen“, zeigte sich Böhringer hinsichtlich der gesamten Mannschaftsleistung kritisch. Dennoch reichte der starke Auftritt des Franzosen für den dritten Sieg in Folge. Denn wenige Sekunden vor Schluss brachte der starke Fluellen die Karlsruher zwar noch einmal auf zwei Punkte heran (77:75). Im direkten Gegenzug behielt Da Silva jedoch die Nerven und verwandelte zwei Freiwürfe. „Gegen eine Spitzen-Mannschaft hätten wir heute mit 20 Punkten Differenz verloren“, sagte Böhringer. „Das ist der Mannschaft aber bewusst.“

MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (23), Nii Narku Bergmann, Milos Mandic (8), Jonas Leidel (10), Noah Duffner, Lukas Philipp Müller (4), Christian Gundlach (4), Marvin Jaumann, Cyrill Antoine Da Silva (24), Jose Angel Tejada-Munoz (8).