Der MTV Stuttgart unterliegt der SG DJK Saarlouis-Roden/BBF Dillingen mit 75:106.

Torsten Böhringer schüttelte nach dem Abpfiff entgeistert den Kopf. Der Trainer des MTV Stuttgart hatte zuvor mit ansehen müssen, wie seine Mannschaft bei ihrer Heimpremiere am zweiten Spieltag in der Basketball-Regionalligasaison gegen die SG DKJ Saarlouis-Roden/BBF Dillingen mit 75:106 unterging – und dabei dem Gegner zu keiner Sekunde gewachsen war. Deshalb hatte der 31 Jahre alte Übungsleiter nach Spielende auch nicht viel zu sagen. Von einem „Debakel“ war da die Rede, von einer „katastrophalen Leistung“. Davon, dass einem die Zuschauer in der gut gefüllten Halle West leidtun könnten, hätten sie sich in den vergangenen vier Vierteln doch solch ein schlechtes Spiel seines Teams anschauen müssen. Oder zusammengefasst: „Das Ergebnis spricht für sich. Ich muss das jetzt erst einmal in Ruhe sacken lassen.“

Was war passiert? Der MTV ist überrannt worden in seiner Heimspielstätte. Von der ersten Minute an war Saarlouis die spielbestimmende und dominierende Mannschaft, die frei kombinieren konnte und so immer wieder zu einfachen Punkterfolgen kam. „Das ist alles so schnell passiert“, kommentierte Böhringer die Anfangsphase, in der sich die Saarländer als spielerisch überlegen präsentierten. In der Folge gelang es den Stuttgarter nicht, dem Angriffswirbel der SG die Stirn zu bieten, weder vor der Halbzeitpause noch in den beiden Schlussdurchgängen. „Wir sind Saarlouis in jedem Viertel hinterher gehechelt“, sagte Böhringer. „106 Punkte zu kassieren, darf niemals passieren.“

Treffsicher waren die Gäste in jedem Fall, neben Top-Scorer Ricky Easterling insbesondere auch Alan Bedirhanoglu, der ganze sieben Dreipunkt-Würfe erfolgreich versenkte. Aber die MTV-Defensive machte ihnen das Leben auch nicht sonderlich schwer: zu passiv, zu weit weg vom Gegenspieler; die Liste an Fehlern der Stuttgarter ist lang. „Wir hatten uns einiges vorgenommen für dieses Spiel, gerade in der Defensivarbeit. Das hat alles aber auf ganzer Linie nicht geklappt“, erklärte Böhringer. „So langsam müssen wir uns echt etwas einfallen lassen, damit sich so etwas nicht wiederholt.“

Zwar zeigte sein Team in der Offensive auch einige Lichtblicke, diese blieben jedoch weitestgehend wirkungslos. „Wir haben noch viel Luft nach oben“, resümierte der MTV-Trainer. „Und wir müssen in jeder Begegnung gegen den Abstieg kämpfen. Das müssen die Spieler jetzt verstehen.“

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)