In Koblenz zeigt sich die Mannschaft des MTV Stuttgart verbessert. Aber das reichte noch nicht aus.

Beim MTV Stuttgart werden sie froh sein, wenn die Saison endlich vorbei ist. Mit Ausnahme des starken Beginns in die Spielzeit, als die Stuttgarter drei Siege in Folge holten, hat der Basketball-Regionalligist in der aktuellen Runde nie wirklich zu seinem Rhythmus gefunden.
Vor allem die vergangenen Wochen gestalten sich beim MTV Stuttgart überaus überschaubar. Aus den letzten sechs Spielen hat die Mannschaft von Trainer Torsten Böhringer nur einen Sieg geholt. Durch die 81:91-Niederlage bei der SG Lützel-Post Koblenz ist nun die nächste Pleite hinzugekommen. Wobei die auch zu erwarten war. Die Koblenzer sind derzeit Tabellenzweiter, haben noch Chancen auf den Aufstieg in die dritte Liga und bisher nur zwei Spiele verloren. Hinzu kommt die ausbaufähige Auswärtsbilanz der Stuttgarter – nur drei Siege aus insgesamt neun Partien gab es in dieser Saison. Doch immerhin: die Leistung in Koblenz war nicht zu vergleichen mit dem miserablen Auftritt zuletzt gegen den MTV Kronberg.
Die Videoschulung, die Coach Böhringer am vergangenen Mittwoch einberufen hatte, zeigte in Koblenz jedenfalls ihre Wirkung – vor allem in der ersten Halbzeit. 53:41 führte der MTV zu jenem Zeitpunkt, weil ihm nahezu alles gelang. Andreas Nicklaus, der in der Startformation stand, kam auf sechs Punkte und neun Rebounds – Marco Schlafke war mit 25 Punkten der beste Scorer der Partie. „Beide haben ihre Sache sehr gut gemacht“, sagte Böhringer.
Warum es am Ende dennoch nichts mit dem Überraschungscoup in Koblenz wurde? Nun, weil der MTV im letzten Viertel, in der entscheidenden Phase, nur noch zwölf Punkte erzielte und aus der Distanz große Probleme hatte. Nur 25 Prozent aller Dreierversuche fanden ihr Ziel. Ganz im Gegensatz zu den Koblenzern, die 44 Prozent ihrer Distanzwürfe erfolgreich versenkten. Hinzu kamen die zwei kurzfristigen Ausfälle von Milos Mandic (Probleme an der Achillessehne) und Cyril da Silva (selbst als Trainer aktiv), weshalb die Stuttgarter mit nur acht einsatzfähigen Spielern anreisten.
Torsten Böhringer resümierte: „Wir haben heute sehr gut gespielt, vor allem in der ersten Halbzeit. Am Ende hat uns ein wenig die Konzentration gefehlt, um hier auch etwas Zählbares mitzunehmen.“ Und das ist nach den vielen verpatzten Auftritten zuletzt etwas, worauf die Stuttgarter sicher aufbauen können. Wobei sich bei nur noch zwei ausstehenden Partien in dieser Saison am unzureichenden Gesamtfazit wohl nichts mehr ändern wird.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (16 Punkte), Marco Schlafke (25), Jonas Leidel (10), Alexander Komitakis (6), Fekremariam Abraha (3), Lars-Erik Schierhorn (7), Andreas Nicklaus (6), Jose Tejada-Munoz (8).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)