Wieder einmal muss sich der MTV knapp geschlagen geben. Besser gesagt: Er schlägt sich selbst.

Gut möglich, dass sich die Basketballer der Crailsheim Merlins 2 auf der Fahrt zurück nach Hause gefragt haben, warum sie das Spiel in der 1. Regionalliga beim MTV Stuttgart eigentlich gewonnen haben. Falls die Frage nicht bereits geklärt ist – MTV-Trainer Torsten Böhringer weiß die Antwort: „Die werden sich gedacht haben: Wenn unser Gegner nicht will, dann nehmen wir halt die Punkte mit.“ Denn die 62:68-Pleite gegen die Pro-A-Reserve aus Crailsheim haben sich die Stuttgarter zu einen großen Teil selbst zuzuschreiben. „Wir haben in dieser Partie weit unter unseren Möglichkeiten gespielt“, urteilte Böhringer.

Was ganz anders geplant war: Mit dem eigenen Publikum im Rücken wollten die Stuttgarter den Ausrutscher, den sie sich einen Spieltag zuvor bei REWE Aupperle Fellbach geleistet hatten, wieder ausbügeln. Und zunächst deutete vieles darauf hin, dass dies auch gelingen würde. Der MTV-Mix aus Mann- und Zonendeckung bereitete den Crailsheimerin zu Beginn der Begegnung immense Probleme. Schnell hatten sich die Gastgeber einen Zehn-Punkte-Vorsprung herausgespielt, der am Ende des Durchgangs immerhin noch fünf Zähler betrug. Aber schon gegen Ende des ersten Viertels hatte sich die Formkurve bei den MTV-Akteuren eher nach unten gezeigt. „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht“, sagt Böhringer.

Immer wieder kamen die Crailsheimer durch ließen die Unpässlichkeiten in der MTV-Abwehr – die gemäß Böhringers Basketball-Philosophie der Grundstein für Erfolge sein soll – zu Punkten. Doch nicht nur in der Verteidigung patzen die Gastgeber. Zwar fiel die Erfolgsquote bei den Würfen der Stuttgarter etwas besser aus als noch in der Partie gegen Fellbach, lag aber mit knapp 45 Prozent ein gehöriges Stück unter dem für diese Spielklasse erforderlichen Schnitt. „Wir haben mindestens 15 oder 20 Korbleger daneben gesetzt“, sagt Böhringer. Da die Crailsheimer in Eric Ross den besten Rebounder der Liga in ihren Reihen haben, mündeten die Fehlversuche des MTV regelmäßig in Balleroberungen und schnellen Gegenangriffen der Gäste. Die hatten nach dem dritten Viertel zum 49:49 ausgeglichen – und rangen den MTV im letzten Spielabschnitt noch nieder.

MTV Stuttgart: Rafail Kaltzidis (3 Punkte), Jonas Leidel (8), Falco Meyer-Hübner (3), Lukas Müller (4), Christian Gundlach (1), Cyrill Antoine Da Silva (7), Marvin Jaumann (1), Nickolas O’BrianMosley (31), Jose Angel Tejada Munoz (4).

Mike Meyer (Nordrundschau)