Frauenbasketball Der MTV will eine weitere Zittersaison vermeiden.

Manchmal kann es ganz schnell gehen im Basketball. In einem Jahr Meister, im Jahr darauf im Abstiegskampf – und das in der gleichen Liga. Ein Szenario, das die Regionalliga-Frauen des MTV Stuttgart in den vergangenen beiden Spielzeiten ereilt hat. Noch vor eineinhalb Jahren war nach der gewonnenen Meisterschaft in der dritthöchsten Spielklasse die Freude groß. Theoretisch wäre der Aufstieg in die zweite Liga möglich gewesen, auf den die Stuttgarterinnen allerdings aufgrund der hohen finanziellen Hürden verzichteten. Eine Folge war, dass einige Spielerinnen den MTV verließen. Darunter auch Stefanie Rathfelder, die sich dem Zweitligisten Ludwigsburg anschloss und Katrin Wultschner, die sich dazu entschloss, ein Jahr zu pausieren. Woraus wiederum resultierte, dass der MTV die vergangene Saison mit Rang sieben nicht so abschloss, wie sich das der Club noch zu Beginn der Spielzeit vorgestellt hatte. „Am Ende konnten wir aber froh sein, dass es gut ausgegangen ist“, sagt Abteilungsleiterin Lara Reckmann.

Doch nach dem kuriosen Auf und Ab gibt es nun wieder einen Hoffnungsschimmer. Denn die beiden Meisterspielerinnen Rathfelder und Wultschner sind zurück beim MTV. „Stefanie wollte sich mal eine Liga höher ausprobieren, sie war aber immer eine von uns“, sagt Lara Reckmann. Katrin Wultschner habe sich hingegen einfach entschieden, wieder einzusteigen. Aber dass der MTV deshalb gleich wieder zu einem Titelaspiranten werden würde, ist zu hoch gegriffen. „Wir wollen besser spielen als vergangene Saison und oben mitmischen“, sagt Reckmann.

Dass dies gelingt, daran wird Lara Reckmann, 35 Jahre alt, höchstpersönlich wie immer selbst mitwirken. Seit elf Jahren ist sie beim MTV Stuttgart, neben ihrem Amt als Abteilungsleiterin ist sie in vielen Funktionen beim MTV tätig. Unter anderem als Spielerin der Regionalligamannschaft, aber auch als Koordinatorin im Nachwuchs. Seit Beginn der Vorbereitung ist eine neue Tätigkeit hinzugekommen: Gemeinsam mit Enrico Laue, der auch schon die Oberliga-Frauen des ESV Rot-Weiß Stuttgart trainierte und daher in der Region kein Unbekannter ist, ist Reckmann nun auch Coach der Regionalliga-Truppe. Vergangene Saison hatte Sebastian Gölz das Team trainiert, ehe er aus familiären Gründen aufhörte und an seinen Co-Trainer Sebastian Rohrbach übergab. Da sich dieser wiederum nach Ablauf der Saison anders orientieren wollte, zauberte der MTV die neue Konstellation mit Reckmann und Laue aus dem Hut. Der Kontakt kam zustande, da Laue sowieso schon als Coach bei der weiblichen U 16 tätig gewesen war.

Eine erste Kostprobe wird das neue Duo dabei gleich mal mit der Auswärtsreise zum USC Freiburg bekommen. Die Reservemannschaft des Erstligaclubs lässt nicht selten bei Heimpartien auch Spielerinnen des Profikaders aufs Parkett. „Eine undankbare Aufgabe für uns“, sagt Lara Reckmann. Der Unterstützung der zwei zurückgekehrten Meisterinnen Stefanie Rathfelder und Katrin Wultschner kann sie sich jedenfalls gewiss sein. Und vielleicht kommt ja noch die eine oder andere Neue dazu. Neben den beiden sind noch weitere Verpflichtungen möglich, bisher aber noch nicht offiziell vermeldbar. Vor allem auf der Center-Position wollen sich die Stuttgarterinnen noch verstärken, da Martina Bulat ihre Karriere beendet hat. Und Lara Reckmann neigt dazu, ihre eigenen Einsatzzeiten künftig zurückzufahren und vermehrt nur von der Seitenlinie aus zu coachen.

Zugänge: Stefanie Rathfelder (BSG Basket Ludwigsburg), Katrin Wultschner (pausiert, zuvor MTV Stuttgart). Abgänge: Martina Bulat (Karriereende).Kader: Stefanie Rathfelder, Lara Reckmann, Birte Bencker, Vera Genten, Katrin Hellmann, Katrin Wultschner, Hannah Schwahn, Sophie Rebmann, Michelle Ponytyp, Tabea Ritschek, Clara Gausepohl.

Simon Valachovic (Nordrundschau)