Die Stuttgarter verlieren in Crailsheim und stecken wieder mitten im Kampf um den Klassenverbleib.

Es ist ein desolates Bild, das die Basketballer des MTV Stuttgart in der aktuellen Regionalligasaison bei Auswärtspartien abgeben. Erst zwei Siege aus zehn Gastspielen konnten die Stuttgarter einfahren. Dagegen ist am Samstagabend mit dem 87:99 bei den Crailsheim Merlins II nun bereits die neunte Pleite in fremder Halle hinzugekommen.
Weder dem Trainer, Torsten Böhringer, noch seiner Mannschaft war das bisher so richtig aufgefallen. „Das ist ja eine richtige Horrorbilanz“, betonte der überraschte Böhringer. Zuhause treten die Stuttgarter hingegen ganz anders auf. Sieben von neun Siegen holte der MTV bisher vor eigenem Publikum. Coach Böhringer ging daher schnell auf Ursachensuche. „Wir sind zuhause überdurchschnittlich stark“, betonte er. Auswärts hingegen habe häufig Pech eine Rolle gespielt. Oft seien zu wenige Spieler mitgereist, der Kader nicht ausgewogen genug gewesen. „Allerdings“, gab Böhringer zu, „liegt das auch an unserem eigenen Unvermögen.“
Eine Kombination aus zwei wesentlichen Faktoren also, die sich auch in Crailsheim herauskristallisierten. Dem MTV fehlten auf der Aufbauposition zwei wichtige Spieler. Sowohl Cyril da Silva, als auch Jose Tejada-Munoz waren bereits zum dritten Mal in Folge nicht dabei. Die nötige Struktur und Ruhe im Spiel war kaum gegeben. Stattdessen agierte das Team viel zu fahrig. Insgesamt 17 Ballverluste fabrizierte die Offensive, wodurch die Crailsheimer zu 20 Punkten nach Gegenstößen kamen. „Jeder Spieler hatte mindestens einen Turnover zu viel. So kannst du kein Spiel gewinnen“, monierte Böhringer. Zum Vergleich: Die Stuttgarter kamen nach Ballverlusten der Gastgeber nur auf vier Punkte. Da reichte auch der stark aufgelegte Kapitän Jonas Leidel nicht. Er brachte es auf 27 Punkte und vier Vorlagen und verwandelte sechs von neun Dreierversuchen. Auch der erste Auftritt des zuvor monatelang verletzten Distanzschützen Lars-Erik Schierhorn brachte den Stuttgartern keinen Ertrag – auch wenn der Neuzugang auf neun Punkte bei seiner Premiere für den MTV kam.
„Insgesamt haben wir einfach zu grottig verteidigt“, befand Torsten Böhringer. Ein Satz, den man nach Auswärtsspielen schon häufiger gehört hat. Und da der MTV bei den verbleibenden zwei Gastpartien zum Tabellenzweiten SG Lützel-Koblenz und danach noch zum Spitzenreiter Morgenstern BIS Baskets reisen muss, wird sich die Horrorbilanz wohl noch weiter ausweiten. Doch immerhin sind sie sich beim MTV nun über ihre Negativserie bewusst.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (23 Punkte), Marco Schlafke (13), Milos Mandic (7), Jonas Leidel (27), Alexander Komitakis, Jovan Vukovic (2), Fekremariam Abraha (6), Lars-Erik Schierhorn (9).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)