Das Team vom MTV Stuttgart hält sich wacker gegen den Tabellenführer SG Lützel-Post Koblenz.

Mit viel Vorschusslorbeeren ist der Tabellenführer SG Lützel-Post Koblenz in die Sporthalle West angereist. Mit jeweils dritten Plätzen in der Schlussabrechnung in der 1. Regionalliga Süd in den vorangegangenen beiden Spielzeiten hat das Fusionsteam (Post SV Koblenz/Lützel Baskets) in dieser Saison noch Größeres vor: Die vereinten Kräfte aus der Stadt, in der Mosel und Rhein zusammenfließen, wollen den Sprung in den Profi-Bereich schaffen.
Doch, mit den Füßen ganz auf dem Boden der Realität, setzten die Koblenzer ihrem Gastgeber im Vorfeld auch einen Lorbeerkranz auf: „Eines der schwersten Auswärtsspiele der Saison“ erwarteten die Tabellenführer mit der Ansetzung gegen den MTV Stuttgart, wie sie im Vorfeld verlauten ließen. Allerdings entpuppte sich das vermeintlich große Kaliber der Gastgeber schnell als nur kleine Nadelstiche vor allem im ersten und vierten Viertel. Zu grundsolide war der Auftritt des angereisten Favoriten.
Die Vorentscheidung über den Sieger in dieser Partie fiel bereits im zweiten Viertel.
Ganz anders allerdings der Beginn der Partie: Einen schnellen guten Lauf der Gäste zum 9:2-Zwischenstand konnte das weiterhin dezimierte Team vom MTV Stuttgart noch einmal kompensieren und sogar durch eine konzentrierte Leistung auf eine 15:9-Führung ausbauen. Nach zehn Minuten lag das Team von Trainer Torsten Böhringer jedoch mit einem Punkt zurück. Und anschließend deutete sich schon an, was in der zweiten Hälfte passieren wurde. Hastige Abschlüsse, verlorene Zweikämpfe und zu viele Einzelaktionen bestimmten den Auftritt des MTV, während der Favorit besonnen blieb, den Ball laufen ließ und in aller Ruhe den freien Mann suchte. Die Dreierquote von 50 Prozent untermauert dies: Jeder zweite Wurf der Gäste jenseits der 6,75-Meter-Linie wurde im Netz versenkt.
Zudem kam eine im Schnitt auch athletische, technische und größenmäßige Überlegenheit hinzu. Insofern war MTV-Trainer Torsten Böhringer nach der Niederlage auch gar nicht unzufrieden mit dem Auftritt seines Teams. „Die spielen um den Aufstieg mit“, meine Böhringer. „Es hätte bei uns schon top laufen müssen, um eine Chance zu haben.“ Über die erzwungenen Einzelaktionen seiner Spieler war er jedenfalls kaum enttäuscht. Über den gezeigten Kampfgeist erst recht nicht. Im Gegenteil: Im vierten Viertel verordnete er eine Pressdeckung übers ganze Feld, die durchaus ihre Wirkung hatte. Angeführt von Cryill Antoine Da Silva, Routinier Jonas Leidel und Nick Mosley verkürzte der MTV einen 51:69-Rückstand innerhalb von zwei Minuten zum knappen 63:69-Zwischenstand. Josip Bosnjak, der emotional auftretende Trainer des Spitzenreiters, tobte am Spielfeldrand. „Hallo, hallo, wer führt hier eigentlich?“, rief er. Doch durch die Aktivitäten in der gegnerischen Spielhälfte war den Schnellangriffen der Gäste Tür und Tor geöffnet. Am Ende blieb dem MTV ein gewonnenes viertes Viertel (25:21) und als Trost die Gewissheit, mit so einem großen Team durchaus mitzuhalten zu können.
MTV Stuttgart: Nick Mosley (19 Punkte), Jovan Vukovic, Milos Mandic (2), Jonas Leidel (11), Alexander Komitakis (4), Fekremariam Abraha, Christopher Ley (13), Andreas Nicklaus, Rafail Kaltzidis (8), Cryill Antoine Da Silva (20).

(Stuttgarter Zeitung, Tom Bloch)