Dem Blitzstart folgt eine brettharte Landung

Der MTV agiert beim TV Langen in der Defensive zu sorglos und in der Offensive zu harmlos.

Der MTV Stuttgart ist zurück auf dem Boden der Tatsachen. Nach zunächst drei Siegen in Serie, gab es in der 1. Regionalliga beim TV Langen nun die zweite Niederlage in Folge. 65:77 stand am Ende auf der Anzeigetafel. Dabei gab es Parallelen zur Pleite gegen den Lokalrivalen REWE Aupperle Fellbach. Wieder gelang den Stuttgarter Basketballern ein überdurchschnittlich guter Start in die Partie. 12:0 stand es bereits nach den ersten drei Minuten für den MTV. Ein Auftakt nach Maß, den die Stuttgarter nicht nachhaltig nutzen konnten. Denn bereits mit Beginn des zweiten Viertels hatten die Hessen das Spiel gedreht. Bis zum Schluss gestaltete sich die Partie anschließend spannend. Lediglich zum Ende hin zogen die Hausherren durch einen 10:3-Lauf deutlich davon. Vor allem, weil die Stuttgarter in der Defensivarbeit zu sorglos mit den Rebounds umgingen. Insgesamt zwölf Mal waren die Langener in der Lage, den Ball in der Offensive bei eigenen Fehlwürfen wieder vom Brett zu kratzen. Ein Fakt, der Torsten Böhringer, Trainer des MTV Stuttgart, fürchterlich aufregte. Vor allem, weil das den Stuttgartern selbst lediglich fünf Mal gelang. „Wenn so etwas passiert, hat das mit Taktik nichts mehr zu tun“, monierte er und fügte an: „Das sind Geschichten, die lernst du in der Jugend. Wir hätten den Gegner einfach besser ausboxen müssen.“
Was hingegen etwas mit Taktik zu tun hatte, war die mangelnde Flexibilität im eigenen Angriff. Außer Center Nick Mosley war niemand in der Lage, nachhaltig zu punkten. Milos Mandic oder auch Jose Tejada-Munoz, die im Normalfall stets über die Möglichkeiten verfügen, zweistellig zu treffen, blieben hinter ihren eigenen Erwartungen zurück. „Dann wird es natürlich schwierig für uns, ein Spiel zu gewinnen“, gestand Böhringer, der zudem wieder einmal auf seinen wichtigen Aufbauspieler Cyril da Silva verzichten musste. Gegen Fellbach hatte der ausgewiesene Distanzschütze nach einer Grippe zwar wieder gespielt, was sich jedoch als zu früh herausstellte. „Der Arzt hat ihm Ruhe verordnet“, sagte Böhringer
Insgesamt waren es also viele Kleinigkeiten, die letztlich die zweite Saisonniederlage bedingten. „Heute kam einfach einiges zusammen“, sagte Torsten Böhringer. „Wenn nur eine Sache am Ende anders läuft, gewinnen wir das Spiel.“ Bleibt aus Sicht des MTV also zu hoffen, dass sich das bald wieder ändert.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (31 Punkte), Rafail Kaltzidis, Milos Mandic (8), Jonas Leidel (13), Alexander Komitakis, Fekremariam Abraha (4), Christopher Ley, Jose Angel Tejada-Munoz (9).

(Simon Valachovic, Stuttgarter Zeitung)

Zwei Talente in der Warteschleife

Der MTV Stuttgart gastiert am Samstag beim TV Langen.

Fekre Abraha war am vergangenen Samstag schon der Frust ins Gesicht geschrieben, bevor die 65:83-Pleite des MTV Stuttgart in der 1. Basketball-Regionalliga gegen den Lokalrivalen REWE Aupperle Fellbach feststand. Kurzzeitig legte sich der 19-Jährige sogar mit Mitspieler Rafael Kaltzidis an. Die Frage nach dem Grund für Abrahas Verärgerung ließ sich einfach beantworten: Während der gesamten Begegnung kam der Aufbauspieler nicht eine einzige Minute zum Einsatz. Das galt auch für den zweiten Kooperationsspieler von Kirchheim Knights, Center Andreas Nicklaus. Eine durchaus überraschende Entscheidung für Außenstehende. Schließlich gelten die Partnerspieler des Zweitligisten aus Kirchheim, die für die Stuttgarter auflaufen dürfen, als hoch veranlagt.
Nun war der MTV-Kader im Derby gegen Fellbach mit zwölf Akteuren so üppig besetzt wie noch nie in dieser Spielzeit. Aber auch in den Begegnungen mit weniger Konkurrenz kamen Nicklaus und Abraha nur selten zum Zug. Ihre durchschnittlichen Einsatzzeiten: Fekre Abraha kommt in der laufenden Saison auf sechs Minuten, beim 19-jährigen Andreas Nicklaus sind es lediglich fünf.
Torsten Böhringer, Trainer des MTV Stuttgart, zeigt sich entspannt ob dieser Thematik. „Du bekommst eben auch in der Regionalliga nicht einfach 20 Minuten Einsatzzeit“, sagt er. Vor allem wenn sich wie im Falle von Andreas Nicklaus die gemeinsamen Trainingszeiten teilweise nur auf einen Tag in der Woche beschränken. Dazu sind die Leistungen von Center Nick Mosley, dem bisher in nahezu jedem Saisonspiel ein Double-Double gelang, zu überzeugend, als dass es für mehr Spielanteile reichen könnte. „Dennoch“, betont der 33-jährige Coach, „werden beide noch genügend Einsätze bei uns bekommen“.
Die nächste Gelegenheit dafür bietet sich an diesem Samstag beim TV Langen. Die Hessen verfügen über eine gute Defensive und spielen nach vorne einen strukturierten Basketball – ähnlich also wie der MTV. „Nur unter dem Korb haben wir mehr Power“, sagt Torsten Böhringer. Ob ein Teil dessen auch Andreas Nicklaus sein wird, ist noch offen – parallel spielen auch die Knights.

(Simon Valachovic, Stuttgarter Zeitung)

Geburtstagsfeier verhagelt, Torte ruiniert

Der MTV Stuttgart muss einen ersten und ziemlich überraschenden Dämpfer wegstecken.

Als die Partie zu Ende war, strömten viele der rund 250 Zuschauer Richtung Spielfeld. Einige strebten zu Torsten Böhringer und wollten dem Geburtstagskind gratulieren. Aber wirklich freuen konnte sich der Trainer des MTV Stuttgart nicht. Der Basketball-Regionalligist war soeben gegen den Lokalrivalen REWE Aupperle Fellbach mit 65:83 (36:43) unter die Räder gekommen. Durchaus überraschend – schließlich hatten die Stuttgarter zuvor jedes der ersten drei Saisonspiele gewonnen, die Fellbacher hingegen nur einen Sieg geholt.
Warum das Spiel trotz dieser günstigen Vorzeichen verloren ging? Torsten Böhringer war etwas ratlos. „Ich hätte nicht gedacht, dass es so kommen würde“, sagte der 33-Jährige achselzuckend. „Wir hätten einfach nur unser Niveau vom Beginn aufrecht erhalten müssen.“ Da spielte der MTV selbstbewusst auf und ließ in den ersten fünf Minuten keinen einzigen Punkt für die „Flashers“ zu (6:0). Danach glitt den Stuttgartern die Partie aber Stück für Stück aus der Hand. Bis zur Pause war das Spiel überwiegend noch ausgeglichen. Einen ersten deutlichen Rückstand von acht Punkten (24:32) kurz vor der Halbzeitpause konnte der MTV noch kontern (33:33). Doch spätestens mit Beginn des dritten Viertels zogen die Fellbacher endgültig davon. Vor allem, weil die Gäste deutlich besser trafen. Der US-amerikanische Center Andre Gillette (25 Punkte) erwischte mit einer Trefferquote von mehr als 70 Prozent einen starken Tag. Aufbauspieler Vilius Sermokas traf drei seiner vier Dreierversuche.
Dazu kamen einige unnötige persönliche Fouls, welche den Fellbachern, die insgesamt zehn Mal mehr von der Freiwurflinie trafen, immer wieder wichtige Punkte ermöglichten. Spätestens als MTV-Center Nick Mosley, dem mit 26 Punkten und zehn Rebounds ein Double-Double gelang, sich zum Ende hin mit Krämpfen herumplagte und nur noch über das Parkett humpelte, war das Spiel in einer Deutlichkeit entschieden, die Coach Böhringer scharf kritisierte. „Wir haben uns zum Ende hin abschlachten lassen“, monierte er und fügte an: „Heute gab es nicht diesen Teamspirit, der uns sonst auszeichnet.“ Da tröstete auch der kleine Kuchen mit Geburtstagskerze nicht, den der MTV-Trainer nach Spielende überreicht bekam. Denn zu allem Überfluss glitt der dem Coach aus der Hand und landete auf dem Hallenboden.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (26 Punkte), Rafail Kaltzidis, Milos Mandic (5), Jonas Leidel (5), Alexander Komitakis, Christopher Ley (13), Fekre Abraha, Jovan Vukovic, Zagros Norouzian, Andreas Nicklaus, Cyril da Silva (6), Jose Tejada-Munoz (10).

(Simon Valachovic, Stuttgarter Zeitung)

Grippeviren und Geschenke

Die Mannschaft des MTV kann im Spiel gegen Fellbach wieder auf Cyril da Silva bauen. Simon Valachovic

Der 13. Oktober ist der Geburtstag von Torsten Böhringer, Trainer des MTV Stuttgart. Dass in diesem Jahr das Duell gegen den Lokalrivalen REWE Aupperle Fellbach ausgerechnet auf den besagten Tag fällt, gibt dem Ganzen einen außergewöhnlichen Charakter. „Es ist auf jeden Fall besonders“, sagt Böhringer, der derzeit an einem grippalen Infekt laboriert, „aber auf jeden Fall dabei sein“ wird, wie er betont. Schließlich haben Regionalliga-Derbys gegen die Fellbacher immer eine hohe Brisanz. Center Nick Mosley spielte bis vor einigen Jahren noch bei den „Flashers“. David Rotim hingegen von 2012 bis 2017 beim MTV Stuttgart. Der Siegeswille ist höher, als im normalen Ligabetrieb. „Ich habe nur einen Wunsch“, sagt Böhringer bezüglich seines Ehrentages: „Und das ist der Derbysieg.“
Dem noch 32-Jährigen ein solches Geburtstagsgeschenk zu machen, scheint für die Mannschaft kein unlösbares Problem zu sein. Schließlich starteten die Fellbacher mit nur einem Sieg aus den ersten drei Spielen mehr schlecht als recht in die Saison. Beim MTV ist es dagegen besser gelaufen als gedacht: Die Stuttgarter sind neben den Morgenstern BIS Baskets das einzige noch ungeschlagene Team der Liga.
Dennoch warnt Torsten Böhringer vor den üblichen Gefahren eines Derbys mit all der Emotionalität. „Wir müssen in engen Phasen die Coolness aufrecht erhalten“, fordert er und setzt dabei auf die Erfahrung von Aufbauspieler Cyril da Silva, der nach ausgestandener Erkältung wieder mit von der Partie ist. „Er hat die Fähigkeit, in solchen Spielen das Ding im entscheidenden Moment umzureißen“, lobt Böhringer den Distanzschützen, der die Stuttgarter bereits beim letzten Aufeinandertreffen mit seinem Dreierregen in der Verlängerung zu einem dramatischen 105:99-Sieg führte. Ein weiterer Glanztag da Silvas, und es wäre der vierte Sieg im vierten Spiel.

(Stuttgarter Zeitung)

Nick Mosley baut die MTV-Serie aus

Die Stuttgarter bleiben auch in Mainz ungeschlagen und verteidigen den zweiten Tabellenplatz. 

Nick Mosley war der Spieler des Spiels. 33 Punkte erzielte der Center des Basketball-Regionalligisten MTV Stuttgart beim 80:73(38:34)-Auswärtssieg gegen Theresianum Mainz. Dazu kamen überwältigende 23 Rebounds, 19 davon in der Defensive. In der 1. Regionalliga performt Mosley derzeit wie kaum ein anderer Spieler. Allein bei den Rebounds ist der US-Amerikaner ligaweit auf Rang eins. Hinsichtlich der erzielten Punkte gibt es im Mainzer Anish Sharda nur einen besseren Spieler, weshalb sich gegen die Rheinhessen ein Duell der Topscorer entwickelte.

Der wendige Aufbauspieler spielte gegen den MTV sehr ordentlich, erzielte 29 Punkte und gab vier Vorlagen. Mit einer Trefferquote von etwa 35 Prozent war die Effektivität Shardas allerdings eher überschaubar. Trainer Torsten Böhringer setzte Neuzugang Christopher Ley auf den US-Amerikaner an, womit der Guard sichtlich Probleme hatte und deshalb nie ganz zur Entfaltung kam. „Wir wussten, dass wir einfach den Kopf der Schlange abhacken müssen“, erklärte Böhringer. Die Folge war, dass die Stuttgarter mit Beginn des zweiten Viertels kein einziges Mal mehr in Rückstand gerieten und letztlich einen ungefährdeten Sieg einfuhren – und das ganz ohne Schlüsselspieler Cyril da Silva (Erkältung) und Center Andreas Nicklaus, der für den Kooperationspartner und Zweitligist Kirchheim Knights im Einsatz war.

Es scheint im Leistungsvermögen nach oben also noch mehr möglich zu sein, was auch Torsten Böhringer bestätigte: „In der Verteidigung bin ich noch nicht zufrieden. Da können wir noch an Details arbeiten.“ Die verbesserte Offensivleistung mit durchschnittlich 82 Punkten pro Spiel sieht Böhringer hingegen positiv. „Da haben wir uns deutlich verbessert“, sagte er, weshalb die Stuttgarter bisher jedes Saisonspiel gewonnen haben und der MTV jetzt sogar an der Tabellenführung kratzt. Neben den Aufstiegsfavoriten um die BIS Baskets Speyer und die SG Lützel-Post Koblenz ist der MTV Stuttgart das einzige Team ohne eine einzige Niederlage.

„Das macht total Spaß derzeit“, sagte Böhringer zum mehr als gelungenen Start in die Spielzeit 2018/2019. Die Stuttgarter haben entsprechend Blut geleckt: „Jetzt wollen wir die Favoriten soweit es geht ärgern.“ Und wenn Nick Mosley, der derzeit im Schnitt über 27 Punkte erzielt und knapp 15 Bälle vom Korb kratzt, weiterhin so auftritt, scheint das nicht unmöglich. „Unser Ziel bleibt aber weiterhin ein Platz unter den ersten fünf“, sagt Trainer Torsten Böhringer.

MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (33 Punkte), Rafail Kaltzidis (3), Milos Mandic (17), Jonas Leidel (4), Alexander Komitakis (4), Fekremariam Abraha (2), Christopher Ley (12), Jose Angel Tejada-Munoz (5).

Simon Valachovic (Nordrundschau)

Gute Defensive als Schlüssel zum Erfolg

Der MTV Stuttgart gewinnt auch sein zweites Spiel in der 1. Regionalliga – 85:73 gegen Kaiserslautern. 

Die Basketball-Herren des MTV Stuttgart haben auch ihr zweites Spiel in der ersten Regionalliga gewonnen – 85:73 lautete das Ergebnis am Samstagabend gegen den 1. FC Kaiserslautern. „Das war gute Teamarbeit und sah auch für die Zuschauer ganz gut aus“, sagte ein zufriedener Trainer Torsten Böhringer.

Dabei hatte es zunächst gar nicht gut für die Nord-Stuttgarter ausgesehen, zur Pause waren sie noch in Rückstand gelegen. Vor allem die Außen der Gäste machten ihnen mit erfolgreichen Würfen das Leben schwer. „Sie haben uns die Lichter ausgeschossen“, sagte Böhringer, der mit verschiedenen Defensivtaktiken den Angriffswirbel der Pfälzer einzudämmen versuchte. Und das gelang mit zunehmender Spieldauer auch immer besser. „Mir war auch klar, dass der Gegner den Druck nicht über 40 Minuten würde aufrecht erhalten können“, sagte der MTV-Coach. Ob mit der übers ganze Feld fabrizierten Ball-Raum-Deckung oder einer Mann-Mann-Verteidigung, die Gäste fanden zuletzt immer seltener den erfolgreichen Weg zum Korb. Dies vor allem dann, wenn ihnen Christopher Ley im Weg stand. „Er hat unglaublich gut verteidigt. Das war eine richtig starke Vorstellung von ihm“, verteilte Böhringer ein Sonderlob.

Durch die starke Defensivarbeit kämpften sich die MTV-Recken im dritten Viertel nach einer neuerlichen kurzen Flaute nicht nur in die Begegnung zurück, sondern holten sich zudem auch das nötige Selbstvertrauen für den Angriff. Und klappte es einmal nicht mit dem Fastbreak, wurde der Ball im Angriffsspiel so lange geduldig gepasst, bis die entscheidende Lücke gefunden war. „Da haben wir es echt gut runtergespielt“, sagte Böhringer, der vor der Partie keinen Favoriten ausgemacht hatte. In der vergangenen Saison hatten die Teams in den direkten Duellen jeweils eines für sich entschieden.

Einer, der am Samstag neben Ley besonders auffiel, war der Youngster Fekre Abraha. Der 19-jährige Point Guard, der dank eines Doppelspielrechts beim Zweitligisten Kirchheim Knights trainiert und dort auch zum Einsatz kommen könnte, hat in den wenigen Minuten, in denen er auf dem Feld stand, „eine super Leistung gezeigt und auch einen ganz wichtigen Dreier erzielt. Er hat gezeigt, dass er will“, sagte Böhringer.

MTV Stuttgart: Fekre Abraha, Cyrill Da Silva, Alexander Komitakis, Jonas Leidel, Christopher Ley, Milos Mandic, Nickolas O’Brian Mosley, Andreas Nicklaus, Jose Angel Tejada Munoz.

Susanne Degel (Nordrundschau)