Ein Team auf dem Prüfstand

Der MTV Stuttgart plant den Umbruch. Doch wie er vonstatten gehen soll, ist bislang noch offen.

Die Saison des Basketball-Regionalligisten MTV Stuttgart lief alles andere als optimal. Das steht spätestens nach den schwachen Auftritten der vergangenen Wochen fest. Nur zwei Mannschaften – der ASC Mainz und die Merlins Crailsheim – haben in dieser Spielzeit eine schlechtere Punkteausbeute zu verzeichnen. Daran wird sich wohl auch kaum noch etwas ändern, da nur noch zwei Partien ausstehen. Dann geht es bereits in die Sommerpause. Da am letzten Spieltag die überaus knifflige Auswärtspartie beim Spitzenreiter BIS Baskets Speyer wartet, ist das Heimspiel an diesem Sonntag (17 Uhr) gegen die SG Mannheim wohl die letzte Möglichkeit, „noch unser Gesicht zu bewahren“, wie Trainer Torsten Böhringer betont. Ansonsten könnte der MTV die Spielzeit mit einer Niederlagenserie von fünf Pleiten in Serie beenden – das soll verhindert werden.
An der allgemeinen Unzufriedenheit wird sich, egal was die Stuttgarter aus den letzten beiden Partien noch holen werden, wenig ändern. „Ich stelle aktuell alles in Frage“, betont Torsten Böhringer. Alle Spieler stünden derzeit bei Null. Eine Prognose, wer bleibt und wer den MTV verlassen wird, gibt der Coach noch nicht ab. Auch wenn Böhringer im Kopf schon mit so manchem Szenario gespielt haben mag. Erst nach dem Saisonende will er all das intern klären. Zunächst soll im Trainerteam analysiert werden, anschließend gibt es Einzelgespräche mit allen beteiligten Akteuren. Eine Tendenz gibt Stuttgarts Trainer bereits preis. „Ich möchte an der Idee, den Kader zu verjüngen, weiter festhalten“, sagt Böhringer. „Wir suchen nach jungen, guten, ambitionierten und verdammt hungrigen Spielern.“ Wer das am Ende sein wird? „Das kann ich aktuell noch nicht sagen.“
Ein wichtiger Bestandteil wird wohl weiterhin die Kooperation mit dem Zweitligisten Kirchheim Knights sein. Auch wenn vieles nicht optimal lief, erst zuletzt konnte der talentierte Center Andreas Nicklaus regelmäßig in Stuttgart trainieren. Was sich in den vergangenen Wochen auch prompt in seiner aufsteigenden Form widerspiegelte. Zuvor hatten die Kirchheimer mit vielen Verletzungssorgen zu kämpfen gehabt, weshalb Nicklaus seinerzeit mehr in Kirchheim und selten im MTV-Training dabei war. Auch bezüglich dieser Thematik wird es noch Gespräche mit den Knights geben müssen, die sich von ihrer Seite sicherlich mehr Einsatzzeiten für ihre Talente gewünscht hätten. Was also aktuell feststeht, ist, dass noch nichts feststeht. Wie es genau weitergeht beim MTV Stuttgart, werden die kommenden Wochen zeigen. Spannend wird es allemal.

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Ein zartes Pflänzchen namens Hoffnung

In Koblenz zeigt sich die Mannschaft des MTV Stuttgart verbessert. Aber das reichte noch nicht aus.

Beim MTV Stuttgart werden sie froh sein, wenn die Saison endlich vorbei ist. Mit Ausnahme des starken Beginns in die Spielzeit, als die Stuttgarter drei Siege in Folge holten, hat der Basketball-Regionalligist in der aktuellen Runde nie wirklich zu seinem Rhythmus gefunden.
Vor allem die vergangenen Wochen gestalten sich beim MTV Stuttgart überaus überschaubar. Aus den letzten sechs Spielen hat die Mannschaft von Trainer Torsten Böhringer nur einen Sieg geholt. Durch die 81:91-Niederlage bei der SG Lützel-Post Koblenz ist nun die nächste Pleite hinzugekommen. Wobei die auch zu erwarten war. Die Koblenzer sind derzeit Tabellenzweiter, haben noch Chancen auf den Aufstieg in die dritte Liga und bisher nur zwei Spiele verloren. Hinzu kommt die ausbaufähige Auswärtsbilanz der Stuttgarter – nur drei Siege aus insgesamt neun Partien gab es in dieser Saison. Doch immerhin: die Leistung in Koblenz war nicht zu vergleichen mit dem miserablen Auftritt zuletzt gegen den MTV Kronberg.
Die Videoschulung, die Coach Böhringer am vergangenen Mittwoch einberufen hatte, zeigte in Koblenz jedenfalls ihre Wirkung – vor allem in der ersten Halbzeit. 53:41 führte der MTV zu jenem Zeitpunkt, weil ihm nahezu alles gelang. Andreas Nicklaus, der in der Startformation stand, kam auf sechs Punkte und neun Rebounds – Marco Schlafke war mit 25 Punkten der beste Scorer der Partie. „Beide haben ihre Sache sehr gut gemacht“, sagte Böhringer.
Warum es am Ende dennoch nichts mit dem Überraschungscoup in Koblenz wurde? Nun, weil der MTV im letzten Viertel, in der entscheidenden Phase, nur noch zwölf Punkte erzielte und aus der Distanz große Probleme hatte. Nur 25 Prozent aller Dreierversuche fanden ihr Ziel. Ganz im Gegensatz zu den Koblenzern, die 44 Prozent ihrer Distanzwürfe erfolgreich versenkten. Hinzu kamen die zwei kurzfristigen Ausfälle von Milos Mandic (Probleme an der Achillessehne) und Cyril da Silva (selbst als Trainer aktiv), weshalb die Stuttgarter mit nur acht einsatzfähigen Spielern anreisten.
Torsten Böhringer resümierte: „Wir haben heute sehr gut gespielt, vor allem in der ersten Halbzeit. Am Ende hat uns ein wenig die Konzentration gefehlt, um hier auch etwas Zählbares mitzunehmen.“ Und das ist nach den vielen verpatzten Auftritten zuletzt etwas, worauf die Stuttgarter sicher aufbauen können. Wobei sich bei nur noch zwei ausstehenden Partien in dieser Saison am unzureichenden Gesamtfazit wohl nichts mehr ändern wird.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (16 Punkte), Marco Schlafke (25), Jonas Leidel (10), Alexander Komitakis (6), Fekremariam Abraha (3), Lars-Erik Schierhorn (7), Andreas Nicklaus (6), Jose Tejada-Munoz (8).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Der MTV taumelt dem Saisonende entgegen

Die Stuttgarter lassen sich vom Abstiegskandidaten MTV Kronberg regelrecht vorführen.

Torsten Böhringer ist ein Mann der klaren Worte. Wenn ihm etwas nicht passt, redet der Trainer des Basketball-Regionalligisten MTV Stuttgart nicht groß drum herum. Insbesondere, wenn Spiele nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen. Und wenn sich sein Team von einem Gegner wie dem MTV Kronberg, der nominell schwächer aufgestellt ist, vor eigenem Publikum regelrecht vorführen lässt, bleibt eine schonungslose Fehleranalyse erst recht nicht aus. Gegen die Kronberger, bis dahin Vorletzter, verlor der MTV Stuttgart am Sonntag in der Sporthalle West mit 76:90. Dadurch ist der MTV von Rang sechs auf elf abgerutscht.
„Die haben uns regelrecht hergespielt“, schildert Torsten Böhringer den katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft, die keinerlei Willen gezeigt hat, das Spiel zu gewinnen. „Zu keinem Zeitpunkt der Partie dachte irgendwer, das könnte noch eng werden“, sagte Böhringer. In allen Belangen agierten die Stuttgarter überaus schwach. Vor allem die Defensivleistung passte nicht – 90 Punkte zuzulassen, ist sowieso ein extrem schlechter Wert. Da die Kronberger ansonsten durchschnittlich nur auf rund 70 Zähler kommen, verdeutlicht umso mehr, wie es um den MTV Stuttgart bestellt war. Bis zur Mitte des ersten Viertels, also die ersten fünf Minuten, war die Partie ausgeglichen. Danach gelang den Stuttgartern kein einziges Mal mehr eine Führung, geschweige denn, gefährlich an die Gäste heranzukommen.
„Ich werde mir Gedanken machen, wie es bei uns weitergehen soll“, sagte Böhringer deshalb. Der Negativtrend der vergangenen Wochen hat seine Spuren hinterlassen. Ein größerer Umbruch im Kader scheint möglich. „Die, die hier wirklich bleiben wollen, müssen sich jetzt beweisen“, betonte er. Allerdings gestand Böhringer auch: „Gerade bin ich noch ziemlich aufgewühlt. Wenn die Emotionen aus der Sache heraus sind, werde ich in Ruhe analysieren.“ Ein erster Schritt: Heute Abend im Training soll es eine Videoanalyse geben. Wer Torsten Böhringer kennt, der weiß, dass er seinen Spielern die horrende Mängelliste schonungslos offenbaren wird.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (25), Marco Schlafke (2), Jovan Vukovic (3), Milos Mandic, Jonas Leidel (9), Alexander Komitakis (6), Fekremariam Abraha (11), Lars-Erik Schierhorn (6), Andreas Nicklaus (2), Christian Gundlach (4), Cyril da Silva (3), Jose Tejada-Munoz (5).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Der MTV will Rang sechs verteidigen

Das Team aus Stuttgart empfängt an diesem Sonntag die Mannschaft des MTV Kronberg.

Wenn man sich die Tabelle der 1. Basketball-Regionalliga anschaut, kommt man ins Staunen. Das hat einen einfachen Grund: Von insgesamt 14 Mannschaften trennen acht Teams gerade einmal zwei Punkte. Ein Szenario, das es nicht oft zu sehen gibt. Auf Rang sechs bilden die Basketballer des MTV Stuttgart mit 18 Zählern die Vorhut. Auf Rang 13, dem vorletzten Platz, steht der MTV Kronberg mit 16 Punkten.
An diesem Sonntag, 17. März (17 Uhr), empfangen die Stuttgarter den MTV Kronberg in der Sporthalle West. Abstiegskampf pur also? Mitnichten. In der dritten Liga, auch Pro B genannt, haben bereits die Play-offs begonnen. Was bereits feststeht: Alle Vereine, die potenziell in die 1. Regionalliga Südwest absteigen hätten können, haben bereits den Klassenverbleib gesichert. Wenn keiner dieser Vereine noch überraschend aus finanziellen Gründen den Rückzug verkünden wird, bleibt es in der vierten Liga bei einem Absteiger – und der steht im ASC Mainz (8 Punkte) bereits mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fest.
Es geht an diesem Sonntag, trotz der tabellarisch extrem reizvollen Konstellation daher „um die Ehre“, wie Stuttgarts Trainer Torsten Böhringer schlussfolgert. „Wir wollen uns für die Niederlage im Hinspiel revanchieren“, betont er. Damals verlor der MTV, weil sich unter anderem Topscorer Nick Mosley kurzfristig krank abgemeldet hat. Am Sonntag wird der Amerikaner mit von der Partie sein. Doch nicht nur er. Auch Cyril da Silva und Jose Tejada-Munoz, die zwei wichtigen Distanzschützen, werden wieder im Kader stehen. Die Auswahl an Spielern wird so üppig wie schon lange nicht mehr sein. Lediglich der Aufbauakteur Rafail Kaltzidis fehlt weiterhin wegen einer Operation am Kiefer. Es ist eine nahezu perfekte Ausgangslage für einen Heimsieg. „Wir wollen den sechsten Platz verteidigen“, fordert Böhringer. „Und wenn wir schon dabei sind, wollen wir uns auch den direkten Vergleich holen.“ Das Hinspiel endete 62:78.

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Der MTV baut seine Horrorbilanz aus

Die Stuttgarter verlieren in Crailsheim und stecken wieder mitten im Kampf um den Klassenverbleib.

Es ist ein desolates Bild, das die Basketballer des MTV Stuttgart in der aktuellen Regionalligasaison bei Auswärtspartien abgeben. Erst zwei Siege aus zehn Gastspielen konnten die Stuttgarter einfahren. Dagegen ist am Samstagabend mit dem 87:99 bei den Crailsheim Merlins II nun bereits die neunte Pleite in fremder Halle hinzugekommen.
Weder dem Trainer, Torsten Böhringer, noch seiner Mannschaft war das bisher so richtig aufgefallen. „Das ist ja eine richtige Horrorbilanz“, betonte der überraschte Böhringer. Zuhause treten die Stuttgarter hingegen ganz anders auf. Sieben von neun Siegen holte der MTV bisher vor eigenem Publikum. Coach Böhringer ging daher schnell auf Ursachensuche. „Wir sind zuhause überdurchschnittlich stark“, betonte er. Auswärts hingegen habe häufig Pech eine Rolle gespielt. Oft seien zu wenige Spieler mitgereist, der Kader nicht ausgewogen genug gewesen. „Allerdings“, gab Böhringer zu, „liegt das auch an unserem eigenen Unvermögen.“
Eine Kombination aus zwei wesentlichen Faktoren also, die sich auch in Crailsheim herauskristallisierten. Dem MTV fehlten auf der Aufbauposition zwei wichtige Spieler. Sowohl Cyril da Silva, als auch Jose Tejada-Munoz waren bereits zum dritten Mal in Folge nicht dabei. Die nötige Struktur und Ruhe im Spiel war kaum gegeben. Stattdessen agierte das Team viel zu fahrig. Insgesamt 17 Ballverluste fabrizierte die Offensive, wodurch die Crailsheimer zu 20 Punkten nach Gegenstößen kamen. „Jeder Spieler hatte mindestens einen Turnover zu viel. So kannst du kein Spiel gewinnen“, monierte Böhringer. Zum Vergleich: Die Stuttgarter kamen nach Ballverlusten der Gastgeber nur auf vier Punkte. Da reichte auch der stark aufgelegte Kapitän Jonas Leidel nicht. Er brachte es auf 27 Punkte und vier Vorlagen und verwandelte sechs von neun Dreierversuchen. Auch der erste Auftritt des zuvor monatelang verletzten Distanzschützen Lars-Erik Schierhorn brachte den Stuttgartern keinen Ertrag – auch wenn der Neuzugang auf neun Punkte bei seiner Premiere für den MTV kam.
„Insgesamt haben wir einfach zu grottig verteidigt“, befand Torsten Böhringer. Ein Satz, den man nach Auswärtsspielen schon häufiger gehört hat. Und da der MTV bei den verbleibenden zwei Gastpartien zum Tabellenzweiten SG Lützel-Koblenz und danach noch zum Spitzenreiter Morgenstern BIS Baskets reisen muss, wird sich die Horrorbilanz wohl noch weiter ausweiten. Doch immerhin sind sie sich beim MTV nun über ihre Negativserie bewusst.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (23 Punkte), Marco Schlafke (13), Milos Mandic (7), Jonas Leidel (27), Alexander Komitakis, Jovan Vukovic (2), Fekremariam Abraha (6), Lars-Erik Schierhorn (9).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Zukunft des „Generals“ offen

Die Stuttgarter gastieren am Samstag bei der Zweitligareserve der Crailsheim Merlins.

Die Struktur im Gebilde des MTV Stuttgart war vor der Saison klar definiert. Zwei erfahrene Leistungsträger sollte es geben, die als Stütze des ansonsten sehr jungen Kaders fungieren: Nick Mosley und Cyril da Silva. Mosley, der US-amerikanische Forward, ist dieser Rolle mehr als gerecht geworden. Durchschnittlich bringt er pro Spiel zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds aufs Parkett. Die andere wesentliche Säule, da Silva, ist jedoch einiges schuldig geblieben. Der „Floor-General“, wie ihn Trainer Torsten Böhringer bezeichnet, kommt in dieser Saison auf 14 Einsätze in 21 Partien. Der Punktedurchschnitt des Aufbauspielers mit der unorthodoxen Wurftechnik beträgt lediglich 7,4. Auf immerhin knapp vier Vorlagen pro Spiel kommt da Silva.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Erst fehlte da Silva in der Sommervorbereitung aufgrund seiner zahlreichen Basketball-Camps, dann musste er aufgrund eines grippalen Infekts lange pausieren. Da der fröhliche Franzose, der abseits des Feldes als Wortführer eine wichtige Rolle bei den Stuttgartern spielt, zuletzt erneut aufgrund seiner Trainingslager fehlte und in Orlando (Florida, USA) verweilte, ist die Frage um seine Zukunft beim MTV offen. Nach seiner Rückkehr soll es Gespräche geben. „Wenn es wie diese Saison läuft, macht das natürlich wenig Sinn“, sagt Torsten Böhringer. „Die Entscheidung ist aber längst nicht gefallen, ich bin da 50:50 eingestellt.“
(val). Eines ist aber auch klar: Cyril da Silva, 35, wird nicht jünger. Spieler wie der 20-jährige Fekre Abraha konnten zuletzt etwas aus dem Schatten des Aufbauspielers heraustreten. In Marco Schlafke gibt es einen Guard, der äußerst formstark auftritt. Da hinsichtlich des Kaders für die nächste Saison noch keine Entscheidungen getroffen wurden, bleibt all das jedoch offen. Auch im Übrigen, ob da Silva für das Spiel am Samstag (15 Uhr) bei den Crailsheim Merlins II wieder mit dabei ist.

(Stuttgarter Zeitung)