MTV rettet sich trotz Abschlusspleite

Die Stuttgarter beenden die Regionalliga-Runde als Tabellenvorletzter, verhindern aber den Abstieg.

Es lief so ziemlich alles gegen die Basketballer des MTV Stuttgart, was am letzten Spieltag der Regionalliga nur gegen sie hätte laufen können. Alle direkten Konkurrenten im Abstiegskampf punkteten, während man selbst dem bereits vor der Partie am Samstagabend feststehenden Meister Wiha Panthers Schwenningen mit 73:82 unterlag. Und trotz dieser widrigen Umstände bleibt man am Kräherwald, wo der MTV bekanntlich sein Vereinszentrum hat, in Deutschlands vierthöchster Spielklasse: als Vorletzter, punktgleich mit dem direkten Absteiger USC Heidelberg II.

Glück im Unglück also für die Stuttgarter, die sich in den letzten Wochen teils aufopferungsvoll gegen den Abstieg gesträubt hatten. Sollte sich kein Verein der höheren Liga „Pro B“ dazu entschließen, etwa aus finanziellen Gründen, doch noch seinen Spielantrag zurückzuziehen , was einen Abstieg zur Folge hätte, können die Verantwortlichen des MTV auch für die kommende Saison mit dem Spielbetrieb in der 1. Regionalliga planen. „Dieser Verein müsste zudem noch aus unserer Regionalstaffel kommen, sodass er auch zu uns in die Liga absteigen würde“, erklärt Stuttgarts Trainer Torsten Böhringer. „Zumindest sportlich sind wir jedenfalls eindeutig nicht abgestiegen. Und der andere Fall ist mehr als unwahrscheinlich.“

Glücklich und erleichtert sah das Gesicht des MTV-Trainers aus, als er dieses Fazit zog. Kurz vor der Winterpause hatte Böhringer das Amt des Hauptübungsleiters von Domagoj Buljan übernommen und seine Mannschaft seither durch eine überwiegend turbulente Rückrunde geführt. „Die Tatsache, dass wir jetzt den Klassenerhalt geschafft haben, zeigt, dass wir als Team in den letzten Monaten wirklich gewachsen sind und die Dinge erreicht haben, die wir uns vorgenommen haben“, sagt Böhringer, mit dem wieder die Spielfreude zurückgekehrt ist, die zuvor nach einer unbefriedigenden Hinrunde etwas verloren gegangen war.

Auch gegen die Panthers aus Schwenningen war sie zu spüren. Die Spieler strahlten Zuversicht aus und waren von Beginn an fokussiert. Dennoch gelang dem MTV in einer holprigen Anfangsphase nicht viel. Vier Minuten dauerte es, bis die Gastgeber erstmals einen Ball im Korb versenkten. Es kam aber auch mehr auf die Defensive der Stuttgarter in diesem Spiel gegen den Ligaprimus an, dessen Kader mit zahlreichen Ausnahmespielern gespickt ist. Immer wieder setzten sich die beiden großen Center-Spieler unter dem Korb durch, immer wieder trafen die Flügelspieler zielgenau aus der Distanz. Und dennoch hielt der MTV die Begegnung über weite Strecken offen; von einem Klassenunterschied, wie noch bei der 54:98-Hinspielpleite, war nichts zu sehen. Angeführt von einem überragenden Kapitän Marco Schlafke gelangen den Weiß-Roten immer wieder Punkterfolge. Die stärkste Phase hatte das Team von Böhringer im zweiten Viertel, als man beim Stand von 22:23 bis auf einen Punkt an den Gegner herangekommen war. „Unser Ziel war, das Spiel so lange wie möglich offen zu halten. Und das ist uns gelungen“, sagte der Co-Trainer Temesghen Tecleyohanis abschließend. Letztlich waren die Panthers aber eben doch ein wenig abgeklärter und in den entscheidenden Situationen treffsicherer – wie es sich für einen Meister auch fast gehört.

Dennoch hält der MTV nach einer turbulenten Spielzeit die Klasse – was sich die Mannschaft aus Sicht ihres Trainers auch redlich verdient hat. „Wir sind in letzter Zeit alle einen gemeinsamen Weg gegangen. Und der hat sich nun für uns ausgezahlt“, resümierte Böhringer. „Ich bin wirklich stolz. Ein ganz großes Kompliment an alle Spieler, auch an die jüngeren. Jeder hat seinen Beitrag geleistet.“

MTV Stuttgart: Ruben Leidel (9 Punkte), Rafail Kaltzidis, Milos Mandic (6), Jonas Leidel (9), David Rotim (3), Markus Bretz (10), Christian Gundlach 89), Marvin Jaumann (3), Marco Schlafke (24), Noah Duffner.

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)

Das letzte Spiel ist das Spiel der Entscheidung

Für den MTV geht es in der Partie gegen Schwennigen um alles. 

Die „Wochen der Entscheidung“, wie Torsten Böhringer, Trainer des Basketball-Regionalligisten MTV Stuttgart, die letzten drei Begegnungen der laufenden Punktrunde bezeichnet hatte, münden an diesem Samstag um 19.30 Uhr in einem „Spiel der Entscheidung“. Gegen den bereits feststehenden Meister wiha Panthers Schwenningen geht es im letzten Spiel der Saison um nicht weniger als den Klassenverbleib für den Verein vom Kräherwald, der nach durchwachsenen Leistungen über die gesamte Spielzeit in den letzten Monaten gegen den Abstieg kämpfen musste.

Die Ausgangslage stellt sich dabei wie folgt dar: Mit 18 Punkten nach neun Siegen steht der MTV momentan auf dem zehnten Tabellenplatz und würde, sofern er diesen Rang auch nach dem abschließenden Spieltag inne hat, somit die Klasse halten. Der USC Heidelberg II liegt mit ebenfalls 18 Punkten jedoch dicht hinter den Stuttgartern auf Rang elf. Dahinter sind die Mannschaften aus Mainz, Saarlouis-Roden/Dillingen und Tübingen mit nur einem Sieg weniger auf ihrer Habenseite weiter in Schlagdistanz. Das bedeutet wiederum: Bei einer Niederlage des Teams um Kapitän Marco Schlafke gegen den Ligaprimus und gleichzeitigen Siegen der Verfolger, wobei Heidelberg und Mainz gegeneinander spielen, könnte der MTV also noch in die Abstiegszone rutschen.

Solche Rechenspiele sind den Stuttgartern aber egal, das betont Böhringer schon seit Wochen: „Wir wollen gegen Schwenningen gewinnen und selbst entscheiden, ob wir in der Liga bleiben“, sagt der Übungsleiter der Stuttgarter vor der anstehenden Begegnung. An Motivation mangelt es schon allein ob der Tabellensituation nicht. Aber das ist nicht alles: „Wir haben noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, außerdem wollen wir unseren Fans zum Abschluss noch einmal eine tolle Partie bieten. Wir werden alles geben“, betont Böhringer. Im Hinspiel setzte es gegen die Panthers aus Schwenningen eine herbe 54:98-Klatsche. Ob dieses unterschiedliche Kräfteverhältnis nun tatsächlich in einen Sieg umgemünzt werden kann, ist durchaus fraglich. Aber die aktuelle Saison hat gezeigt: Mit den eigenen Fans im Rücken ist fast alles möglich für den MTV aus Stuttgart. Und es geht immerhin um nicht weniger als den Klassenverbleib.

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)

Der vielleicht wichtigste Sieg der Saison

Der MTV erkämpft sich gegen die SG TV Dürkheim-BB-Int. Speyer wichtige Punkte im Abstiegskampf.

Es ist ein fast perfekter Samstagabend für die Regionalligabasketballer des MTV Stuttgart am Oberrhein gewesen: In der für den Klassenverbleib so wichtigen Partie gegen die SG TV Dürkheim-BB-Int. Speyer setzte sich die Mannschaft vom Kräherwald verdient mit 79:60 durch und kletterte in der Tabelle vorerst auf den sicheren zehnten Platz.

Fast perfekt war der Abend deshalb, weil die anderen Mannschaften im unteren Tabellendrittel teilweise Überraschungserfolge landeten – etwa bezwang die SG DJK Saarlouis-Roden/BBF Dillingen den TV Lich II, gegen den der MTV vor Wochenfrist noch unterlegen war, mit 81:72. Damit rücken die abstiegsbedrohten Teams noch enger zusammen. Die Entscheidung über den Klassenerhalt wird erst am letzten Spieltag in einer Woche gefällt. Auch wenn sich die Tabellensituation der Stuttgarter auf den ersten Blick nun etwas beruhigt zu haben scheint, will man sich im Lager des MTV aus eben den gerade genannten Gründen nicht zurücklehnen: „Mein Ziel ist nur, nächste Woche gegen den Meister aus Schwenningen zu gewinnen. An alles andere denke ich nicht“, sagt MTV-Coach Torsten Böhringer. „So bleibe ich als Trainer fokussiert. Das sollen die Spieler ja auch bleiben.“

Voller Aufopferungsbereitschaft hatte Böhringer vor der Partie von seiner Mannschaft gefordert. Man wolle den Abstiegskampf annehmen und sich nicht auf die Niederlagen der anderen Teams verlassen. Und die Stuttgarter Spieler gaben in ihrer Partie gegen Dürkheim-Speyer wirklich alles. Von Beginn an hellwach stürzten sie sich in jedes Duell, holten über die gesamte Spielzeit hinweg 50 Rebounds – alleine zwölf davon der erneut starke Jonas Leidel. „Wir haben zwischenzeitlich das Ergebnis von Saarlouis bekommen“, schildert der MTV-Trainer die Ereignisse. „Da war uns allen klar: Jetzt müssen wir auf dem Feld beweisen, dass wir in der Liga bleiben wollen und das auch können.“

In jedem einzelnen Viertel hatte der MTV so die Nase vorn: 24:15 lautete das Ergebnis des ersten Spielabschnitts, 17:15, 20:13 und 18:17 die der Viertel zwei, drei und vier. „Ich bin wirklich zufrieden. Es war eine durchgehend gute Leistung von uns“, lobte Böhringer sein Team nach der Partie. „Auch die jungen Spieler haben ihren Beitrag geleistet und wirklich eine gute Performance gegen die großen Gegner aus Speyer gezeigt.“ Bester Werfer der Stuttgarter war dabei wieder einmal Kapitän Marco Schlafke, aber auch Milos Mandic und Christian Gundlach, die den Teilzeit-Ausfall von Routinier Markus Bretz ausgleichen mussten, machten eine gute Figur. Bretz konnte aufgrund eines grippalen Infekts nur einige wenige Minuten Spielzeit sammeln.

Schlussendlich siegte der MTV durch eine wirklich couragierte Leistung völlig verdient mit 79:60 über die SG TV Dürkheim-BB-Int. Speyer, auch weil jeder einzelne Spieler für das gemeinsame Ziel, den Klassenverbleib, kämpfte. „Es war schlicht und ergreifend ein gutes Spiel von uns. Das lag nicht am Gegner. Speyer wollte den Sieg gegen uns unbedingt. Aber wir waren einfach besser“, resümierte Böhringer und fügte an: „Jetzt haben wir richtig Bock auf das Saisonfinale nächste Woche.“ Da können die Stuttgarter gegen den bereits feststehenden Meister Panthers Schwenningen dann ein weiteres Mal beweisen, dass sie in der Liga bleiben wollen – und auch können.

MTV Stuttgart: Marco Schlafke (23), Jonas Leidel (18), David Rotim (13), Christian Gundlach (6), Milos Mandic (14), Ruben Leidel, Markus Bretz (3), Marvin Jaumann (2), Noah Duffner.

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)

Der MTV ist zum Siegen verdammt

Bei der SG TV Dürkheim-BB-Int. Speyer müssten die abstiegsgefährdeten Stuttgarter dringend punkten. 

Mindestens ein Sieg aus den letzten drei Partien der laufenden Regionalliga-Saison war das Ziel der Basketballer des MTV Stuttgart vor den selbst ausgerufenen „Wochen der Entscheidung“. Gegen den TV Lich II am letzten Spieltag gelang dies noch nicht. Es gab eine unverdient deutliche 64:76-Heimniederlage. Denn die Stuttgarter waren über weite Strecken der Begegnung gegen die Reserve des Drittligisten aus Lich mindestens auf Augenhöhe gewesen.

Mit der Partie gegen die SG TV Dürkheim-BB-Int. Speyer am morgigen Samstag, 25. März, steht nun die nächste Herausforderung für den MTV vor der Tür, die der vom vergangenen Wochenende in nichts nachsteht: „Es wird vielleicht sogar noch schwerer, weil Speyer voll auf Sieg spielen wird“, sagt Stuttgarts Trainer Torsten Böhringer über den nächsten Gegner seiner Mannschaft.

Platz sechs in der Tabelle und bislang 15 Saisonsiege stehen für das Team vom Oberrhein bislang zu Buche, letzte Woche gab es sogar einen 73:69-Erfolg gegen den schon jetzt feststehenden Meister aus Schwenningen. „Es wird ganz entscheidend auf die Mannverteidigung ankommen, wir müssen ihre individuell starken Spieler in den Griff bekommen“, erklärt Böhringer seinen Plan für das vorletzte Saisonspiel, das gleichsam auch schon fast die letzte Chance auf Punkte für den abstiegsbedrohten MTV ist. Denn am letzten Spieltag empfangen die Stuttgarter den Ligaprimus Panthers Schwenningen.

Den Klassenverbleib aus eigener Kraft zu realisieren, wird folglich ein schweres Stück Arbeit. Aber die Verantwortlichen am Kräherwald möchten sich auch nicht auf eine Niederlage des Tabellenletzten aus Saarlouis verlassen, die eine Pleite des MTV gegen Dürkheim-Speyer möglicherweise relativieren würde. „Wir müssen selbst die Verantwortung übernehmen. Wir hätten den Sack schon lange zu machen können, jetzt müssen wir aber eben in den sauren Apfel beißen und bis zum Ende kämpfen“, sagt Böhringer. Verzichten muss er dabei weiterhin auf seinen Defensiv-Spezialisten Alexander Komitakis, auch Routinier Markus Bretz ist angeschlagen.

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)

Beherzter Kampf bleibt unbelohnt

Der MTV verliert gegen Lich II mit 64:76 – gemessen am Spielverlauf eine unverdiente Niederlage.

Betrachtete man nur die Ergebnisübersicht der Basketball-Regionalliga, ohne die Partie des MTV Stuttgart gegen den TV Lich II gesehen zu haben: man wäre nicht sonderlich überrascht. Der TV Lich II schlägt die gastgebenden Stuttgarter in ihrer eigenen Halle mit 76:64; der Tabellenfünfte besiegt den nun Tabellendreizehnten erwartungsgemäß deutlich. Doch jeder der zahlreichen Zuschauer in der gut gefüllten Sporthalle West am Samstagabend käme zu einem anderen Fazit: Denn es war ein Spiel auf Augenhöhe, das eigentlich keinen Verlierer verdient hat – schon gar nicht einen, der in dieser Höhe verliert.

Als „absolut ärgerliche Niederlage“ stufte auch MTV-Trainer Torsten Böhringer die vergebene Chance im Kampf um den Klassenverbleib ein. „Ich dachte fast die ganze Zeit über: Jawohl, das ist unser Spiel.“ Tatsächlich waren die Stuttgarter dem Favoriten aus Lich mindestens ebenbürtig, in manchen Belangen sogar überlegen. Das Defensivverhalten war tadellos, die Rebound-Arbeit nach leicht verschlafenem Start einwandfrei. Das Team des MTV Stuttgart präsentierte sich aufmerksam und willensstark, der Abstiegskampf schien in den Köpfen der Akteure angekommen zu sein.

„Für uns gibt es keine Punkte mehr zu verschenken“, hatte Böhringer noch vor der Begegnung gesagt, die letzten drei Spiele der Saison stünden unter dem Motto: „Die Wochen der Entscheidung“. Und genau nach diesem Maßstab spielte seine Mannschaft auf. Gemeinsam wurden Angriffszüge nach vorne getragen, gemeinsam wurden Abwehraktionen abgeschlossen. Beinahe bedingungslos setzten sich die Spieler füreinander ein und bügelten in den Situationen, in denen es nötig war, die Fehler ihrer Mitspieler aus.

19:16 stand es so nach dem ersten Viertel, 29:30 zur Halbzeitpause. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch, der über weite Strecken in der Verteidigung geführt wurde. Insbesondere Johannes Lischka, den Center des TV Lich II und ehemaliger Nationalspieler und Akteur der Walter Tigers Tübingen, galt es dabei in den Griff zu bekommen, was über weite Strecken auch gelang. „Ihn konsequent zu verteidigen haben wir uns vorgenommen, das hat auch ganz gut geklappt“, sagte Böhringer, der in diesem Zusammenhang auf Defensiv-Spezialist Alexander Komitakis verzichten musste. Die Rolle des Spielverderbers für den gegnerischen Zwei-Meter-Hünen Johannes Lischka übernahm am Samstagabend überwiegend Markus Bretz, der sich dabei ein Sonderlob seinen Trainers verdiente: „Markus hat seine Sache überragend gemacht.“

Nach drei gespielten Vierteln stand es so 50:50 und bis kurz vor dem Ende war das Spiel in beiden Richtungen offen. Doch die letzten zwei Minuten der Partie nutzte die Reserve des etatmäßigen Drittligisten aus Lich, um ihre ganze Klasse unter Beweis zu stellen: Binnen weniger Sekunden trafen die Gäste aus Hessen dreimal aus der Distanz und zwei einfache Würfe unter dem Korb. Der TV Lich II zog so auf den abschließenden Spielstand von 76:64 davon – und sicherte sich damit den Sieg, den der MTV im Abstiegskampf so dringend gebraucht hätte.

Zwei Spiele vor dem Saisonende stehen die Stuttgarter nun auf dem vorletzten Tabellenplatz und müssen hoffen, aus den Begegnungen in Speyer und zu Hause gegen den Ligaprimus Schwenningen noch Zählbares mitzunehmen. „Ich bin mit fast allem zufrieden, nur eben mit dem Ergebnis nicht, das eindeutig zu hoch ausgefallen ist“, urteilte Böhringer und spornte seine Mannschaft gleich für die kommenden Aufgaben an: „Alle haben einen guten Job gemacht, das macht Mut. Der Abstieg ist definitiv keine Option für uns.“

MTV Stuttgart: Ruben Leidel (10 Punkte), Falco Meyer-Hübner, Milos Mandic (3), Jonas Leidel (9), David Rotim (9), Markus Bretz (12), Christian Gundlach (2), Marvin Jaumann (2), Marco Schlafke (17), Noah Duffner.

Jan Ehrhardt (Nordrundchau)

Auftakt zu den Wochen der Entscheidung

Der MTV Stuttgart empfängt den Tabellenfünften TV Lich II in der Sporthalle West. 

Es dürften derzeit spannende Tage für die Verantwortlichen des MTV Stuttgart sein: Der Basketball-Regionalligist kämpft aktuell in der vierthöchsten Liga Deutschlands um den Klassenverbleib und konnte sich in den vergangenen Wochen noch nicht so recht entscheiden, wo er denn nun hin will; bleiben oder gehen? Das Ziel ist dabei selbstverständlich klar, einzig der Klassenerhalt ist die akzeptierte Alternative zum am Saisonbeginn ausgegebenen Ziel: „ein Platz im Mittelfeld“. Aber was die Leistungen auf dem Feld angeht, präsentierten sich die rot-weißen Basketballer vom Kräherwald durchaus ambivalent. Mal kämpferisch und aufopferungsvoll wie beim souveränen 75:69 Derbysieg gegen den SV Fellbach, mal inkonstant und glücklos wie bei der deutlichen 62:81 Klatsche vor Wochenfrist gegen den TV Langen.

Nun steht mit der Partie gegen den TV Lich II ein Härtetest bevor, der – zumindest was den Zeitpunkt angeht – durchaus ungelegen kommt für den MTV aus Stuttgart. Drei Begegnungen stehen in der laufenden Punktrunde noch aus. Drei Spiele, in denen es um jeden Punkt geht, bei denen jeder Sieg ungemein wichtig wäre. Es sind die Wochen der Entscheidung für das Team aus der Landeshauptstadt, die schlussendlich Klarheit darüber herstellen werden, ob man auch in der kommenden Saison in der 1. Regionalliga spielt – oder eben nicht.

Dem MTV-Trainer Torsten Böhringer ist diese ganze Spekulation aber herzlich egal: „Egal gegen wen es jetzt noch geht, alle drei Spiele sind wichtig. Ein Sieg ist dabei das Mindeste, zwei Siege wären ideal.“ Und gegen die Reserve aus Lich soll dabei der Grundstein gelegt werden. Ein Sieg wird zwar schwierig, das sieht Böhringer genau so, nichts desto trotz wäre es aber „super, auch da die Punkte mitzunehmen“. Zum Problem für die Stuttgarter könnte dabei der ehemalige Bundesligaprofi und Nationalspieler Johannes Lischka werden, der früher unter anderem auch das Trikot der Walter Tigers Tübingen trug und nach einer schweren Erkrankung nun für den TV Lich II auf der Center-Position aufläuft. Den schwer zu verteidigenden Hünen gilt es in den Griff zu bekommen, erklärt Böhringer. Ansonsten würden die Duelle unter dem Korb zu einer einseitigen Sache werden, „der Johannes hat wirklich eine unglaubliche Qualität“.

Allerdings fällt in Alexander Komitakis genau der Stuttgarter Mann für solche Defensivaufgaben verletzungsbedingt aus. „Alexander hat sich einen Haarriss im Bein zugezogen. Das ist natürlich sehr bitter für uns.“ Wer die Lücke füllen soll, weiß Böhringer noch nicht so genau. Aber: „Es wird ein schweres Spiel, das wissen wir alle. Deshalb werden wir Lich alles entgegensetzen, was wir zu bieten haben“, gibt sich der MTV-Coach trotz aller Widrigkeiten kämpferisch. Und Böhringer hofft dabei auch auf die Unterstützung der MTV-Fans: „Mit einer vollen Tribüne im Rücken sind wir mindestens ein Mann mehr. Dann ist sowieso alles möglich.“

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)