Der Meistermacher geht, der Stammtrainer kommt

Sebastian Gölz gibt seinen Posten ab, bleibt dem MTV aber noch bis Dezember erhalten.

Wieder einmal steht bei den Regionalliga-Basketballerinnen vom MTV Stuttgart ein Trainerwechsel an. Nachdem Sebastian Gölz am Anfang der vergangenen Saison für Johannes Hübner übernommen hatte, muss nun auch der Mann, der die Stuttgarterinnen zur Meisterschaft geführt hatte, kürzer treten. Der Grund dafür ist ein erfreulicher: „Meine Frau und ich erwarten Zwillinge“, sagt Gölz. „Klar, dass ich in den kommenden Monaten für meine Familie da sein muss.“ Ganz aus dem sportlichen Geschehen wird sich Gölz zudem nicht heraushalten. „Ich werde der Mannschaft bis Dezember noch als Assistenztrainer zur Seite stehen, der Abschied fällt mir sehr schwer“, kommentiert der bei den Spielerinnen beliebte Coach. Anstatt eines harten Schnitts soll also eher ein weicher Übergang die Lösung sein. „Es ist auch so, dass der Zeitpunkt aktuell sehr günstig ist. Wir haben noch kaum Spielsysteme entwickelt und fangen jetzt erst an, richtig zu trainieren“, sagt er. Eine Absage an die Mannschaft sei sein Weggang in keinem Fall, betont der Trainer. „Ich bin von unserer Arbeit immer noch voll überzeugt und werde helfen, wo es geht.“
Für Gölz werden in Zukunft MTV- Stammtrainer Zlatko Nikolic und Sebastian Rohrbach das Ruder übernehmen. Sie teilen sich seit der vergangenen Woche das Amt des Headcoaches. „Natürlich ist es schade, dass Sebastian Gölz geht“, kommentiert Abteilungsleiterin Lara Reckmann. „Trotzdem freuen wir uns für ihn und haben volles Verständnis. Als Team finden wir die neue Lösung super. Die beiden Trainer ergänzen sich sehr gut. Die erste Trainingseinheit mit Zlatko Nikolic war zwar sehr schweißtreibend, wir sind aber hochmotiviert“, betont die Abteilungsleiterin, die dem Team außerdem nach wie vor als Spielerin zur Seite steht.
Der Erfolg wird wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. Gegen SB Heidenheim konnten die Basketballerinnen des MTV zwar einen Sieg einfahren, eine Siegesserie kam dennoch nicht zustande. Am Donnerstagabend unterlag der MTV der zweiten Mannschaft vom Tabellenersten BSG Basket Ludwigsburg mit 38:69. Zu Beginn konnten die Stuttgarterinnen beim Ludwigsburger Gastgeber noch mithalten. Mit 10:13 erspielte sich BSG Basket im ersten Viertel nur einen knappen Vorsprung. Durch stetigen Druck in Angriff und Verteidigung gelang es den Ludwigsburgern jedoch, diesen Vorsprung stetig auszubauen. „Wir haben im ersten und im vierten Viertel gut gespielt“, kommentiert Trainer Sebastian Rohrbach. „Es wird in der näheren Zukunft vor allem darum gehen, Kontinuität in unser Spiel zu bekommen. Das Potenzial ist auf jeden Fall da“, betont der Coach.

(Thomas Weingärtner, Stuttgarter Zeitung)

Im Kellerduell platzt der Knoten

Im dritten Anlauf hat es geklappt: Nach zwei Niederlagen verbuchen die Basketballerinnen des MTV Stuttgart ihren ersten Sieg. Mit 77:54 gewann die Mannschaft von Trainer Sebastian Gölz das Kellerduell gegen den SB Heidenheim. Und das, obwohl der Coach gar nicht zugegen war. Assistenztrainer Sebastian Rohrbach hatte am vergangenen Wochenende das Ruder in der Regionalligamannschaft übernommen.
Von Anfang an konnten die Stuttgarter Gastgeberinnen ihren Gegner dominieren. Bereits nach dem ersten Viertel stand es 23:11 für den MTV, ein Vorsprung, den die Mannschaft aber in den folgenden zwei Vierteln nicht mehr ausbauen konnte. Mehrmals kam Heidenheim dem Ausgleich gefährlich nahe, doch mit solider Defense und guten Angriffen hielten sich die Stuttgarterinnen ihre Gegner vom Leib. Im letzten Viertel platzte der Knoten endgültig. Der MTV legte noch einmal eine Schippe drauf und überzeugte durch schnelle Angriffe und eine druckvolle Defense.
(thw). „Ich bin erleichtert über den Sieg“, sagte Trainer Sebastian Rohrbach. „Wir haben nur 54 Punkte zugelassen, das ist in Ordnung.“ Aber es gibt noch Arbeit: „Die Chemie stimmt, das Team muss aber noch in spielerischer Hinsicht zusammenwachsen“, sagte er. „Je mehr wir trainieren und zusammen spielen, desto besser wird das aber.“ Zehn Dreier versenkte der MTV am Samstag – ein guter Wert. „Das gibt uns definitiv Selbstvertrauen“, so Rohrbach.
MTV Stuttgart: Birte Bencker (10 Punkte), Martina Bulat, Lena Dinklage (9), Lovet Frimpong, Vera Genten (14), Katrin Hellmann (19), Amelie Rebmann (4), Sophie Rebmann (2), Lara Reckmann (9), Tabea Ritschek (10).

(Stuttgarter Zeitung)

Kellerduell ohne etatmäßigen Coach

Der bislang sieglose MTV Stuttgart empfängt das Tabellenschlusslicht SB Heidenheim. Thomas Weingärtner

Noch liegen sie einträchtig im Tabellenkeller der Frauenbasketball-Regionalliga nebeneinander, die beiden einzigen noch sieglosen Teams. Zumindest für einen der zwei Hinterbänkler wird diese Leidenzeit am Samstag enden. Dann trifft der Tabellen-Vorletzte MTV Stuttgart auf das Schlusslicht SB Heidenheim. „Wir dürfen sie aber trotz der Tabellensituation nicht unterschätzen, immerhin gibt es einen Grund, warum sie in der vergangenen Saison aufgestiegen sind“, sagt Gölz über den Liga-Neuling aus Heidenheim. Er selbst wird dem Kellerduell nicht beiwohnen können – der Trainer ist aus persönlichen Gründen verhindert. Als Coach wird am Samstag zum ersten Mal Assistenztrainer Sebastian Rohrbach fungieren, der die Mannschaft seit Beginn der Saison begleitet. „Das Ziel muss es sein, sich auf die Dinge zu besinnen, die wir gut können. Wir wollen druckvollen Basketball spielen und schnell in unsere Fastbreaks kommen“, sagt Gölz. Das lief allerdings bisher nicht ganz nach Wunsch. „Wir waren unterm Korb viel zu hektisch“, erläutert Gölz. „Das erhöht natürlich auch die Eigenfehlerquote.“ Und so wird in den Übungseinheiten beim MTV fleißig weiter am Feinschliff gearbeitet: „Wir haben in den vergangenen Wochen einige Baustellen aufgezeigt bekommen“, sagt Gölz. „Wir müssen versuchen, mehr Ruhe in unsere Angriffe zu bekommen, und uns in der Verteidigung besser abzustimmen.“

(Stuttgarter Zeitung)

MTV verbessert, aber punktlos

Das Team der Stuttgarterinnen kassiert in Ulm die zweite Niederlage der Saison.

Eine weitere Niederlage mussten die Regionalliga-Basketballerinnen des MTV Stuttgart am Sonntag einstecken. Mit 45:57 unterlagen sie bei der BBU 01 Ulm. Obwohl dies die zweite Niederlage in der noch jungen Saison ist, lassen die Ansätze der Stuttgarterinnen doch auf bessere Tage hoffen. Während der MTV in der ersten Partie kaum Chancen hatte, zeigte sich das Team von Trainer Sebastian Gölz diesmal über weite Strecken auf Augenhöhe mit dem Gegner.
(thw). Die Gastgeber setzten vom ersten Moment an auf eine druckvolle Verteidigung. Den Ulmern gelang es, den Spielaufbau der Stuttgarterinnen früh zu stören. Die Folge: Der MTV wurde zusehends hektischer im Abschluss, weshalb sich die BBU eine knappe Führung erspielen konnte. Doch nach und nach fand auch der Gast ins Spiel. Einige solide Angriffe brachten die Stuttgarterinnen wieder auf Kurs und das Spiel entwickelte sich immer mehr zu einem Duell gleichwertiger Mannschaften. Aber um den Rückstand entscheidend wettmachen zu können, dazu reichte es den Stuttgarterinnen nicht. „Uns war von Anfang an klar, dass wir eine schwere Hinrunde haben werden“, kommentiert MTV-Trainer Sebastian Gölz. „Wir haben aber kein schlechtes Spiel gemacht und sind uns sicher, dass Ulm für uns durchaus schlagbar ist.“ Mit steigender Erfahrung wird es zudem den jungen Spielerinnen von Gölz immer besser gelingen, sich gegen eine druckvolle Verteidigung durchzusetzen. „Wir sehen die Fortschritte von Spiel zu Spiel.“
MTV Stuttgart: Birte Bencker (6 Punkte), Imogen Betz (2), Martina Bulat (2), Lena Dinklage (3), Clara Gausepohl (2), Vera Genten (13), Katrin Hellmann (9), Sophie Rebmann, Lara Reckmann (5), Tabea Ritschek (3).

(Nordrundschau)

Der erste Schritt führt durchs Tal der Tränen

Die neu formierte MTV-Mannschaft kommt beim USC Freiburg II böse unter die Räder. 

Dass es nicht einfach werden würde, war von Anfang an klar. Dennoch macht sich bei den Basketballerinnen des MTV Stuttgart Ernüchterung breit. In seiner ersten Begegnung der aktuellen Regionalliga-Spielzeit unterlag der Meister der vergangenen Saison beim USC Freiburg II mit 25:60.

Von Anfang an hielten die Gastgeberinnen den Druck auf das junge Team aus Stuttgart hoch. Bei den Gästen machte sich der Umbruch, den der MTV vor der Saison vollzogen hatte, schnell bemerkbar. Ohne seine abgewanderte Starting Five fehlte der Mannschaft von Trainer Sebastian Gölz schlichtweg die Erfahrung, um den körperlich überlegenen Gegner zu bezwingen. „Unsere Neuzugänge müssen noch lernen, wie sie sich gegen erwachsene Spielerinnen durchsetzen können“, kommentiert Gölz. Das Talent der Spielerinnen stehe außer Frage, betont der Coach. Die fehlende Erfahrung verhinderte dennoch einen strukturierten Spielaufbau. „Wir haben große Schwierigkeiten gehabt, den Ball über die Mittellinie zu bringen.“ Im Abschluss zeigten sich die motivierten Stuttgarterinnen dann an vielen Stellen zu hektisch. Gerade einmal acht Punkte konnte der MTV am Ende der ersten Halbzeit für sich verbuchen. Der USC Freiburg II hingegen fand schnell seinen Rhythmus und spielte sich immer wieder gute Chancen heraus.

In der zweiten Hälfte setzte Gölz auf Gegendruck – und das mit einem gewissen Erfolg. Zwar gelang es nicht, das Blatt zu wenden. Aber: „Die Defense war ganz in Ordnung“, sagt er. „Wir müssen aber lernen, wie wir einer druckvollen Verteidigung entgegenwirken. Auch die erfahrenen Spielerinnen müssen umdenken. Sie müssen sich jetzt selbst Chancen herausspielen.“ Gölz wird – und muss – weiterhin auf seine Talente setzen. „Wir müssen trainieren und von anderen Teams lernen. Jede Mannschaft, die sich mit jungen Spielern neu aufbaut wird, geht erst einmal durch das Tal der Tränen“, sagt Gölz. Der Trainer plädiert dafür, Geduld zu haben: „Uns war klar, dass wir mir Rückschlägen rechnen müssen. Für uns wird jedes Spiel ein kleines Endspiel sein.“ Mittelfristig hat der MTV das Ziel, nicht in einen Abstiegskampf zu geraten. „Wir haben definitiv das Potenzial, Spiele in dieser Liga zu gewinnen.“

MTV Stuttgart: Martina Bulat, Lena Dinklage (4 Punkte), Clara Gausepohl (3), Vera Genten (6), Katrin Hellmann (6), Amelie Rebmann, Sophie Rebmann, Lara Reckmann (2), Tabea Ritschek (4).

Thomas Weingärtner (Nordrundschau)

Fünf Rohdiamanten und ein Hochkaräter (Nordrundschau)

Der MTV Stuttgart hat sein Regionalligateam kräftig umgekrempelt und steckt seine Ziele neu.

Die erste Damenmannschaft des MTV befindet sich im Umbruch. Nach der Meisterschaft in der Regionalliga Baden-Württemberg in der vergangenen Saison hatten die Basketballerinnen um Trainer Sebastian Gölz den Aufstieg ablehnen müssen. Den Stuttgartern fehle schlicht der nötige Unterbau, was die zweite Mannschaft und die Jugendteams betrifft. Dies soll sich in der kommenden Spielzeit grundlegend ändern.

Denn der MTV hat mit den Abgängen von Julia Wultschner, Teresa Kucera und Stefanie Rathfelder drei seiner Top-Spielerinnen eingebüßt. Wultschner beendete ihre Karriere, Rathfelder und Kucera werden künftig für die BSG Basket Ludwigsburg in der 2. Liga auflaufen. Jasmin Baghiana tritt für das Nachwuchsteam der BSG in der Jugendbundesliga an. „Die Abgänge tun schon weh. Immerhin sind das drei Spielerinnen aus der Starting-Five mit viel Erfahrung“, sagt Gölz. „Aber es freut uns, dass Spielerinnen, die bei uns ausgebildet wurden, den Schritt machen können.“

Dafür setzen die Stuttgarter nun auf Spielerinnen wie die 15-jährige Clara Gausepohl vom KSG Gerlingen oder Amelie Rebmann, die aus dem Regio-Team Stuttgart zum MTV kam. In der Verpflichtung von Lovet Frimpong vom ESV Rot-Weiß Stuttgart sowie Sophie Rebmann von BSG Basket Ludwigsburg leistet sich der Kader des MTV eine weitere Verjüngungskur. „Die Spielerinnen sind absolute Rohdiamanten“, schwärmt der Coach. „Sie sind clever und zeigen guten Einsatz, sie haben das Potenzial, weit zu kommen.“

Was die neuen Talente angeht, möchte Gölz die jungen Spierinnen schnell an die Regionalliga heranführen. Denn nach der Meisterschaft in der vergangenen Saison haben sich die Ziele bei der ersten Damenmannschaft geändert. „Wir wollen vor allem den Unterbau der Abteilung Basketball weiter stärken. Es geht darum, Nachwuchsspielerinnen an die Regionalliga heranzuführen“, beschreibt Gölz das Konzept. „Uns ist klar, dass wir in Sachen Meisterschaft erst in ein, zwei Jahren wieder angreifen können, dafür fördern wir aber junge Talente.“ Der Trainer geht davon aus, dass seine neuen Schützlinge schnell Fortschritte zeigen werden. „Natürlich fehlt es ihnen noch an Erfahrung und Kraft, aber das machen sie mit Schnelligkeit wieder wett“, sagt Gölz.

Neben den Talenten konnte der MTV zudem noch einen echten Hochkaräter für sich gewinnen. Vera Genten wird in der kommenden Spielzeit in den Farben des Stuttgarter Clubs auflaufen. Nachdem die Rutronik Stars Keltern ihre Mannschaft aus der zweiten Liga hatten abmelden müssen, fand Genten den Weg nach Stuttgart. „Sie ist sehr erfahren, eine absolute Kämpferin und gibt nie auf“, beschreibt Gölz den Charakter der ehemaligen Zweitligaspielerin. „Sie wird uns mit ihrer Erfahrung sehr helfen, wird ihr Wissen weitergeben und passt auch charakterlich super ins Team.“

Mit dem ehemaligen Trainer des SV Möhringen, Sebastian Rohrbach, ist die Liste der Neuen komplett. Der Coach hatte in der vergangenen Saison die zweite Damenmannschaft in Möhringen trainiert und interimsweise das Ruder in der ersten Mannschaft nach dem Abgang von Sascha Klatt übernommen. „Es ist eine große Entlastung, einen Assistenztrainer zu haben“, betont Gölz. Thorsten Grzemba, der in der vergangenen Saison das Amt innehatte, musste in der Rückrunde aus persönlichen Gründen pausieren.

Als erstes wartet die zweite Mannschaft des USC Freiburg auf das deutlich verjüngte Team des MTV. „Wir sehen uns als absoluter Underdog“, kommentiert Gölz. „Wir konnten wegen Problemen mit der Halle und vielen Urlaubspausen nicht optimal trainieren.“ Dennoch ist für Gölz das Saisonziel klar. „Wir werden am Anfang sicherlich unten zu finden sein, wollen aber mit einem Abstieg nichts zu tun haben.“

Zugänge: Vera Genten (Rutronik Stars Keltern), Clara Gausepohl (KSG Gerlingen), Lovet Frimpong (ESV Rot-Weiß Stuttgart), Amelie Rebmann (Regio-Team Baden-Württemberg), Sophie Rebmann (BSG Basket Ludwigsburg).Abgänge: Julia Wultschner (Karriere beendet), Eva Kasakidou (BV Hellas Esslingen), Teresa Kucera, Stefanie Rathfelder, Jasmin Baghiana (alle BSG Basket Ludwigsburg)Kader: Guard: Birte Bencker, Katrin Wultschner, Clara Gausepohl; Shooting Guard: Katrin Hellmann, Lara Reckmann, Amelie Rebmann, Sirin Zengin; Small Forward: Vera Genten, Tabea Ritschek, Sophie Rebmann; Power Forward: Lena Dinklage, Lovet Frimpong; Center: Martina Bulat, Marisa Leidel, Imogen Betz.

Thomas Weingärtner (Nordrundschau)