Der MTV taumelt dem Saisonende entgegen

Die Stuttgarter lassen sich vom Abstiegskandidaten MTV Kronberg regelrecht vorführen.

Torsten Böhringer ist ein Mann der klaren Worte. Wenn ihm etwas nicht passt, redet der Trainer des Basketball-Regionalligisten MTV Stuttgart nicht groß drum herum. Insbesondere, wenn Spiele nicht nach seinen Vorstellungen verlaufen. Und wenn sich sein Team von einem Gegner wie dem MTV Kronberg, der nominell schwächer aufgestellt ist, vor eigenem Publikum regelrecht vorführen lässt, bleibt eine schonungslose Fehleranalyse erst recht nicht aus. Gegen die Kronberger, bis dahin Vorletzter, verlor der MTV Stuttgart am Sonntag in der Sporthalle West mit 76:90. Dadurch ist der MTV von Rang sechs auf elf abgerutscht.
„Die haben uns regelrecht hergespielt“, schildert Torsten Böhringer den katastrophalen Auftritt seiner Mannschaft, die keinerlei Willen gezeigt hat, das Spiel zu gewinnen. „Zu keinem Zeitpunkt der Partie dachte irgendwer, das könnte noch eng werden“, sagte Böhringer. In allen Belangen agierten die Stuttgarter überaus schwach. Vor allem die Defensivleistung passte nicht – 90 Punkte zuzulassen, ist sowieso ein extrem schlechter Wert. Da die Kronberger ansonsten durchschnittlich nur auf rund 70 Zähler kommen, verdeutlicht umso mehr, wie es um den MTV Stuttgart bestellt war. Bis zur Mitte des ersten Viertels, also die ersten fünf Minuten, war die Partie ausgeglichen. Danach gelang den Stuttgartern kein einziges Mal mehr eine Führung, geschweige denn, gefährlich an die Gäste heranzukommen.
„Ich werde mir Gedanken machen, wie es bei uns weitergehen soll“, sagte Böhringer deshalb. Der Negativtrend der vergangenen Wochen hat seine Spuren hinterlassen. Ein größerer Umbruch im Kader scheint möglich. „Die, die hier wirklich bleiben wollen, müssen sich jetzt beweisen“, betonte er. Allerdings gestand Böhringer auch: „Gerade bin ich noch ziemlich aufgewühlt. Wenn die Emotionen aus der Sache heraus sind, werde ich in Ruhe analysieren.“ Ein erster Schritt: Heute Abend im Training soll es eine Videoanalyse geben. Wer Torsten Böhringer kennt, der weiß, dass er seinen Spielern die horrende Mängelliste schonungslos offenbaren wird.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (25), Marco Schlafke (2), Jovan Vukovic (3), Milos Mandic, Jonas Leidel (9), Alexander Komitakis (6), Fekremariam Abraha (11), Lars-Erik Schierhorn (6), Andreas Nicklaus (2), Christian Gundlach (4), Cyril da Silva (3), Jose Tejada-Munoz (5).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Der MTV will Rang sechs verteidigen

Das Team aus Stuttgart empfängt an diesem Sonntag die Mannschaft des MTV Kronberg.

Wenn man sich die Tabelle der 1. Basketball-Regionalliga anschaut, kommt man ins Staunen. Das hat einen einfachen Grund: Von insgesamt 14 Mannschaften trennen acht Teams gerade einmal zwei Punkte. Ein Szenario, das es nicht oft zu sehen gibt. Auf Rang sechs bilden die Basketballer des MTV Stuttgart mit 18 Zählern die Vorhut. Auf Rang 13, dem vorletzten Platz, steht der MTV Kronberg mit 16 Punkten.
An diesem Sonntag, 17. März (17 Uhr), empfangen die Stuttgarter den MTV Kronberg in der Sporthalle West. Abstiegskampf pur also? Mitnichten. In der dritten Liga, auch Pro B genannt, haben bereits die Play-offs begonnen. Was bereits feststeht: Alle Vereine, die potenziell in die 1. Regionalliga Südwest absteigen hätten können, haben bereits den Klassenverbleib gesichert. Wenn keiner dieser Vereine noch überraschend aus finanziellen Gründen den Rückzug verkünden wird, bleibt es in der vierten Liga bei einem Absteiger – und der steht im ASC Mainz (8 Punkte) bereits mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit fest.
Es geht an diesem Sonntag, trotz der tabellarisch extrem reizvollen Konstellation daher „um die Ehre“, wie Stuttgarts Trainer Torsten Böhringer schlussfolgert. „Wir wollen uns für die Niederlage im Hinspiel revanchieren“, betont er. Damals verlor der MTV, weil sich unter anderem Topscorer Nick Mosley kurzfristig krank abgemeldet hat. Am Sonntag wird der Amerikaner mit von der Partie sein. Doch nicht nur er. Auch Cyril da Silva und Jose Tejada-Munoz, die zwei wichtigen Distanzschützen, werden wieder im Kader stehen. Die Auswahl an Spielern wird so üppig wie schon lange nicht mehr sein. Lediglich der Aufbauakteur Rafail Kaltzidis fehlt weiterhin wegen einer Operation am Kiefer. Es ist eine nahezu perfekte Ausgangslage für einen Heimsieg. „Wir wollen den sechsten Platz verteidigen“, fordert Böhringer. „Und wenn wir schon dabei sind, wollen wir uns auch den direkten Vergleich holen.“ Das Hinspiel endete 62:78.

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Der MTV baut seine Horrorbilanz aus

Die Stuttgarter verlieren in Crailsheim und stecken wieder mitten im Kampf um den Klassenverbleib.

Es ist ein desolates Bild, das die Basketballer des MTV Stuttgart in der aktuellen Regionalligasaison bei Auswärtspartien abgeben. Erst zwei Siege aus zehn Gastspielen konnten die Stuttgarter einfahren. Dagegen ist am Samstagabend mit dem 87:99 bei den Crailsheim Merlins II nun bereits die neunte Pleite in fremder Halle hinzugekommen.
Weder dem Trainer, Torsten Böhringer, noch seiner Mannschaft war das bisher so richtig aufgefallen. „Das ist ja eine richtige Horrorbilanz“, betonte der überraschte Böhringer. Zuhause treten die Stuttgarter hingegen ganz anders auf. Sieben von neun Siegen holte der MTV bisher vor eigenem Publikum. Coach Böhringer ging daher schnell auf Ursachensuche. „Wir sind zuhause überdurchschnittlich stark“, betonte er. Auswärts hingegen habe häufig Pech eine Rolle gespielt. Oft seien zu wenige Spieler mitgereist, der Kader nicht ausgewogen genug gewesen. „Allerdings“, gab Böhringer zu, „liegt das auch an unserem eigenen Unvermögen.“
Eine Kombination aus zwei wesentlichen Faktoren also, die sich auch in Crailsheim herauskristallisierten. Dem MTV fehlten auf der Aufbauposition zwei wichtige Spieler. Sowohl Cyril da Silva, als auch Jose Tejada-Munoz waren bereits zum dritten Mal in Folge nicht dabei. Die nötige Struktur und Ruhe im Spiel war kaum gegeben. Stattdessen agierte das Team viel zu fahrig. Insgesamt 17 Ballverluste fabrizierte die Offensive, wodurch die Crailsheimer zu 20 Punkten nach Gegenstößen kamen. „Jeder Spieler hatte mindestens einen Turnover zu viel. So kannst du kein Spiel gewinnen“, monierte Böhringer. Zum Vergleich: Die Stuttgarter kamen nach Ballverlusten der Gastgeber nur auf vier Punkte. Da reichte auch der stark aufgelegte Kapitän Jonas Leidel nicht. Er brachte es auf 27 Punkte und vier Vorlagen und verwandelte sechs von neun Dreierversuchen. Auch der erste Auftritt des zuvor monatelang verletzten Distanzschützen Lars-Erik Schierhorn brachte den Stuttgartern keinen Ertrag – auch wenn der Neuzugang auf neun Punkte bei seiner Premiere für den MTV kam.
„Insgesamt haben wir einfach zu grottig verteidigt“, befand Torsten Böhringer. Ein Satz, den man nach Auswärtsspielen schon häufiger gehört hat. Und da der MTV bei den verbleibenden zwei Gastpartien zum Tabellenzweiten SG Lützel-Koblenz und danach noch zum Spitzenreiter Morgenstern BIS Baskets reisen muss, wird sich die Horrorbilanz wohl noch weiter ausweiten. Doch immerhin sind sie sich beim MTV nun über ihre Negativserie bewusst.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (23 Punkte), Marco Schlafke (13), Milos Mandic (7), Jonas Leidel (27), Alexander Komitakis, Jovan Vukovic (2), Fekremariam Abraha (6), Lars-Erik Schierhorn (9).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Zukunft des „Generals“ offen

Die Stuttgarter gastieren am Samstag bei der Zweitligareserve der Crailsheim Merlins.

Die Struktur im Gebilde des MTV Stuttgart war vor der Saison klar definiert. Zwei erfahrene Leistungsträger sollte es geben, die als Stütze des ansonsten sehr jungen Kaders fungieren: Nick Mosley und Cyril da Silva. Mosley, der US-amerikanische Forward, ist dieser Rolle mehr als gerecht geworden. Durchschnittlich bringt er pro Spiel zweistellige Werte bei Punkten und Rebounds aufs Parkett. Die andere wesentliche Säule, da Silva, ist jedoch einiges schuldig geblieben. Der „Floor-General“, wie ihn Trainer Torsten Böhringer bezeichnet, kommt in dieser Saison auf 14 Einsätze in 21 Partien. Der Punktedurchschnitt des Aufbauspielers mit der unorthodoxen Wurftechnik beträgt lediglich 7,4. Auf immerhin knapp vier Vorlagen pro Spiel kommt da Silva.
Die Gründe dafür liegen auf der Hand. Erst fehlte da Silva in der Sommervorbereitung aufgrund seiner zahlreichen Basketball-Camps, dann musste er aufgrund eines grippalen Infekts lange pausieren. Da der fröhliche Franzose, der abseits des Feldes als Wortführer eine wichtige Rolle bei den Stuttgartern spielt, zuletzt erneut aufgrund seiner Trainingslager fehlte und in Orlando (Florida, USA) verweilte, ist die Frage um seine Zukunft beim MTV offen. Nach seiner Rückkehr soll es Gespräche geben. „Wenn es wie diese Saison läuft, macht das natürlich wenig Sinn“, sagt Torsten Böhringer. „Die Entscheidung ist aber längst nicht gefallen, ich bin da 50:50 eingestellt.“
(val). Eines ist aber auch klar: Cyril da Silva, 35, wird nicht jünger. Spieler wie der 20-jährige Fekre Abraha konnten zuletzt etwas aus dem Schatten des Aufbauspielers heraustreten. In Marco Schlafke gibt es einen Guard, der äußerst formstark auftritt. Da hinsichtlich des Kaders für die nächste Saison noch keine Entscheidungen getroffen wurden, bleibt all das jedoch offen. Auch im Übrigen, ob da Silva für das Spiel am Samstag (15 Uhr) bei den Crailsheim Merlins II wieder mit dabei ist.

(Stuttgarter Zeitung)

Zwei Neue und die alte Leier

Der MTV ergänzt seinen Kader, kassiert aber eine weitere Niederlage.

Zu erwarten war das Ergebnis schon: Am Sonntag mussten die Basketballerinnen des MTV Stuttgart eine weitere Pleite – die neunte in der aktuellen Saison – einstecken. Die Mannschaft der Trainer Sebastian Rohrbach und Zlatko Nikolic gastierte bei den PS Karlsruhe Lions und verlor dort mit 40:67. Damit findet sich der MTV auf dem siebten Platz im aktuellen Regionalliga-Klassement wieder.

Die Niederlage hatte sich bereits in der vergangenen Trainingswoche angekündigt. Der MTV musste beim Spiel am Wochenende auf gleich fünf Spielerinnen verzichten. Lara Reckmann, Birte Bencker, Amelie Rebmann und Clara Gausepohl konnten aus beruflichen und persönlichen Gründen nicht an der Partie in Karlsruhe teilnehmen. Auch Neuzugang Hannah Schwan war nicht in der Lage, bei der Begegnung anwesend zu sein.

Dem MTV-Trainerduo blieb nichts anderes übrig, als – wieder einmal – zu improvisieren. In Sirin Zengin und Marisa Leidel aus der zweiten Mannschaft konnte der MTV auf zwei erfahrene Regionalliga-Spielerinnen der vergangenen Spielzeit zurückgreifen. Die Liste der Ersatzfrauen vervollständigte Malou Skiera, ebenfalls aus der zweiten Mannschaft. Ein zweiter Neuzugang in Form von Flügelspielerin Michelle Ponty füllte den Kader auf. Sie feierte gegen die PS Karlsruhe Lions zudem ihr Debüt beim MTV Stuttgart.

Spielerisch konnten die Stuttgarterinnen am Sonntagnachmittag durchaus mithalten. Wieder einmal war es vor allem die Trefferquote, welche dem MTV einen Strich durch die Rechnung machte. Aufbau und Konter brachten den Gegner zwar immer wieder in die Bredouille, doch der Abschluss wollte oftmals einfach nicht gelingen. „Unsere Ausfälle waren ganz schwer zu kompensieren“, kommentiert MTV-Trainer Sebastian Rohrbach. Immerhin sorgen die beiden Neuzugänge Ponty und Schwan für etwas mehr Tiefe im Kader. „Sie müssen sich noch in die Mannschaft einfinden, sind aber eine gute Ergänzung für uns“, betont Rohrbach.

MTV Stuttgart: : Martina Bulat (2 Punkte), Lena Dinklage (3), Vera Genten (14), Katrin Hellmann (4), Marisa Leidel, Michelle Ponty (5), Sophie Rebmann (10), Malou Skiera (2), Sirin Zengin.

Thomas Weingärtner (Nordrundschau)

Not-Aufgebot kommt böse unter die Räder

Der mit nur sechs etatmäßigen Spielerin angetretene MTV ergibt sich in Saarlouis seinem Schicksal. 

Ein Blick auf den Spielberichtsbogen reichte, um die deutliche 68:92 -Pleite des MTV Stuttgart im Regionalligaspiel bei den Saarlouis Sunkings zu erklären. Acht gemeldete Spieler waren auf dem Papier festgehalten – was an sich nicht schlecht ist, schließlich kann man mit drei Auswechselspielern durchaus etwas anfangen und solide durchrotieren. Doch befand sich unter den drei Reservisten auch MTV-Trainer Torsten Böhringer, der, wenn überhaupt, nur noch punktuell und dann in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommt. In Guard Jovan Vukovic reiste zudem ein Jugendspieler mit, der eigentlich noch keine Einsatzzeiten beim Basketball-Regionalligisten bekommt.

Lediglich sechs Akteure, die regelmäßig für den Kader der Stuttgarter vorhergesehen sind, standen zur Verfügung, fünf Spieler fehlten dem MTV. Aufbauspieler Fekre Abraha meldete sich kurzfristig krank ab, Center Andreas Nicklaus kam für den Zweitligisten Kirchheim Knights zum Einsatz. Rafail Kaltzidis (Guard) musste sich der schon länger geplanten Operation am Kiefer unterziehen, der flexibel einsetzbare Christian Gundlach fehlte aus familiären Gründen. Und auch Distanzschütze Cyril da Silva musste kurzfristig aufgrund eines seiner Trainingscamps passen.

Ein immenser personeller Aderlass, der für den MTV Stuttgart nicht zu kompensieren war. Von Beginn an war der MTV chancenlos und blieb über die gesamte Partie hinweg ohne eine einzige Führung. Die Folge: Ein Start-Ziel-Sieg für Saarlouis, die dritte Niederlage in Serie für den MTV, der auf Tabellenrang acht rutscht. „Die fehlende Breite im Kader hat man uns angemerkt“, sagt Böhringer. Dazu hätten die üblichen Leistungsträger nicht die gewohnte Leistung gebracht, um so ein Spiel zu gewinnen. Womit er auch Kapitän Jonas Leidel ansprach, der ohne Punkterfolg blieb.

Generell, so Böhringer, habe er nicht das Gefühl gehabt, dass jeder mit der richtigen Einstellung in das Spiel gegangen sei. „Ein Spiel abzuschenken, nur weil dir Spieler fehlen, das geht nicht“, monierte der 33-Jährige. Was also blieb vom völlig missratenen Gastspiel im Saarland? „Eine unschöne Angelegenheit“ und „300 verschwendete Kilometer“, wie der Stuttgarter Trainer befand. Nur eine Sache stimmte den Coach doch noch ein wenig heiter. „Immerhin bin ich um einen Einsatz herumgekommen“, scherzte Böhringer. Ansonsten gab es für den MTV am Samstagabend nicht viel zu lachen.

MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (22 Punkte), Marco Schlafke (19), Jovan Vukovic (3), Milos Mandic (8), Jonas Leidel, Alexander Komitakis (5), Torsten Böhringer, Jose Angel Tejada-Munoz (11).

Simon Valachovic (Nordrundschau)