Mitschwimmen reicht nicht mehr

Der Regionalligist MTV Stuttgart empfängt am Samstag den Tabellensiebten BBU 01 Ulm und sollte mal wieder gewinnen.

Langsam wird es eng für die Basketballerinnen des MTV Stuttgart in der Regionalliga. Nach den knappen Niederlagen in den vergangenen beiden Wochen brauchen die Spielerinnen um die Trainer Zlatko Nikolic und Sebastian Rohrbach dringend wieder einen Sieg – am besten schon an diesem Samstag, wenn der Tabellensiebte BBU 01 Ulm zu Gast ist. Die Kontrahenten trennen lediglich zwei Punkte in der Tabelle.
Die Ulmerinnen hatten sich in den vergangenen Wochen als unberechenbar erwiesen – so verloren sie zwar knapp gegen den Tabellenletzten SB Heidenheim, fuhren aber gegen den aktuellen Spitzenreiter BSG Basket Ludwigsburg einen Sieg ein.
Für Trainer Sebastian Rohrbach ist klar, dass seine Mannschaft in diesem wichtigen Spiel eine Schippe drauflegen muss. „Jetzt gilt es. Wenn wir uns in den kommenden Spielen nicht durchsetzen können, sind wir raus aus dem Mittelfeld“, kommentiert er. „Wir müssen unseren Rhythmus finden, jede Spielerin muss Gas geben. Es reicht jetzt nicht mehr, einfach nur mitzuschwimmen.“ Generell rechnet sich Rohrbach durchaus Chancen gegen die starken Ulmerinnen aus.
Qualitativ hatte es in der Vergangenheit nicht an Potenzial gefehlt, nur die Trefferquote des MTV hatte etwas zu wünschen übrig gelassen. Auch diesmal werden sich die Stuttgarterinnen mit Spielerinnen aus der eigenen zweiten Mannschaft verstärken. Guard Anna-Maria Stock wird ebenso einspringen wie Carolin Hauber. „Wir wollen schnell ins Spiel kommen und mit einem vollen Kader antreten“, erläutert Rohrbach die Maßnahme.
Dafür wird der MTV Stuttgart in Zukunft auf Forward Tabea Ritschek verzichten müssen. Die Spielerin hatte sich nach einer längeren Verletzungspause vor einigen Tagen aus privaten Gründen dazu entschieden, zum BV Hellas Esslingen in die Oberliga zu wechseln. „Das ist für uns ein herber Verlust, keine Frage“, sagt Coach Rohrbach zum Weggang der Leistungsträgerin. So hatte Ritschek beispielsweise im Spiel gegen Möhringen gleich sechs Dreier versenkt.

(Stuttgarter Zeitung, Thomas Weingärtner)

Der MTV wacht erst nach der Pause auf

Der Regionalligist dreht gegen Mainz in der zweiten Spielhälfte die Partie und gewinnt mit 81:71.

Wenige Minuten vor dem Spielende wurde es laut in der Sporthalle West. Die rund 200 Anhänger des MTV Stuttgart jubelten frenetisch, schienen dabei aber fast nicht zu glauben, was sie da eben gesehen hatten. Nick Mosley, der in dieser Saison durchschnittlich ein Double-Double auflegt und damit aktuell der beste Spieler der 1. Regionalliga ist, war soeben regelrecht über einen Gegner hinweggeflogen und hatte den Ball wuchtig in den Korb gedunkt. Eine Aktion, die es ansonsten eigentlich nur in den Profi-Ligen des Basketballs oder bei US-amerikanischen Dunk-Contests zu sehen gibt.
„Das war der entscheidende Wendepunkt“, sagte der sichtlich erfreute Trainer Torsten Böhringer nach dem Kellerduell gegen den ASC Mainz, das der MTV letztlich mit 81:71 (29:46) gewann: „Da hat Nick kurzen Prozess gemacht.“
Anschließend wurde der Blick des MTV-Coaches jedoch schnell ernst. Vor allem in Hinblick auf die Leistung in der ersten Halbzeit und des zeitweiligen Rückstands von 17 Punkten war Torsten Böhringer überhaupt nicht zufrieden und wurde trotz des Sieges mehr als deutlich. „Für diesen Auftritt vor eigenem Publikum habe ich mich geschämt“, betonte er. 46 Punkte zuzulassen, sei eindeutig zu viel, die Arbeit in der Verteidigung „eine absolute Katastrophe“ gewesen, bemängelte er. In der Halbzeitpause wurde der Coach der Nord-Stuttgarter deshalb so laut wie wohl noch nie in dieser Spielzeit. „Ich habe die Mannschaft gefragt, ob sie sich wirklich Abstiegskampf antun möchte.“ Und seine Spieler gaben eine deutliche Antwort.
Zunächst stellte der MTV die Defensive um. Anstatt abwartend zu verteidigen, störten die Weiß-Roten die Mainzer früh im Spielaufbau und zwangen sie so zu Ballverlusten. Die Folge: Nach dem dritten Viertel betrug der Rückstand nur noch fünf Punkte (50:55). „Die Mannschaft hat plötzlich gemerkt, was möglich ist, wenn alle diszipliniert spielen“, sagte Böhringer.
In den finalen zehn Minuten drehte vor allem Jose Tejada-Munoz mächtig auf. Der athletische Guard erzielte all seine 14 Punkte im letzten Viertel und verwertete dabei jeden einzelnen seiner vier Würfe fernab der Dreierlinie.
Spätestens nach dem fulminanten Dunking von Nick Mosley, der mit 28 Punkten wieder einmal bester Schütze des Spiels wurde, war der ASC Mainz auch moralisch geschlagen und die Partie endgültig gedreht. „Ich habe im Sommer nicht gefeiert, keinen Alkohol getrunken, sondern nur trainiert“, begründete der US-amerikanische Flügelspieler sein aktuelles Leistungshoch. Dazu habe er seine Ernährung umgestellt. „Ich achte mittlerweile darauf, wie viel Kalorien mein Essen hat.“
Der Aufbauspieler Cyril da Silva war seinem Kollegen für dessen starke Leistung jedenfalls mehr als dankbar. „Hätten wir das Spiel verloren, wäre ich einen Monat lang deprimiert gewesen“, hob der Franzose hervor. Denn anstatt tief im Abstiegskampf zu versinken, ist das Polster auf den Tabellenletzten aus Mainz mit sechs Punkte nun wieder recht komfortabel.
MTV Stuttgart: Rafail Kaltzidis (4 Punkte), Nickolas O’Brian Mosley (28) Milos Mandic (8), Jonas Leidel (11), Alexander Komitakis (2), Fekremariam Abraha, Marco Schlafke, Andreas Nicklaus, Cyril da Silva (9), Jose Angel Tejada-Munoz (14).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Verhängnisvoller Einbruch im dritten Viertel

Der Regionalligist MTV Stuttgart verliert mit 64:66 bei den Basket Ladies Kurpfalz.

Die Basketballerinnen des MTV Stuttgart haben in der Regionalliga eine erneute bittere Niederlage einstecken müssen. Durch das 64:66 bei den Basket Ladies Kurpfalz setzten sich die Gegnerinnen in der Tabelle gegenüber den Nord-Stuttgarterinnen ab, die nun fürs Erste im Keller festhängen.
Die MTV-Damen hatten am Samstag nicht nur auf ihre Centerspielerin Martina Bulat verzichten müssen, auch die als Ersatzfrau vorgesehene ehemalige Topscorerin Anna-Maria Stock, inzwischen Spielertrainerin der zweiten Mannschaft, konnte wegen einer Verletzung nicht dabei sein. Zudem war auch die Flügelspielerin Birte Bencker noch angeschlagen. Dennoch begannen die Gästeakteurinnen, bei denen Valentina Galusic mit 18 Punkten erfolgreichste Werferin war, stark und dominierten die Kurpfälzerinnen offensiv wie defensiv. Einzig die wichtigen Dreier wollten nicht fallen – ein Defizit, das sich in der Folge schnell bemerkbar machte. Bis zur Halbzeit erspielten sich die Basket Ladies einen Zwei-Punkte-Vorsprung. Mit dem Zwischenergebnis von 30:32 aus Stuttgarter Sicht ging es in die Kabinen.
Im anschließenden dritten Viertel erlebte der Gast dann einen Einbruch, von dem er sich nicht mehr erholte. Während die Kurpfälzerinnen nahtlos an ihre Spielweise aus der ersten Hälfte anknüpften, geriet der MTV mehr und mehr ins Rudern. Aus den Angriffen resultierten trotz guten Aufbaus keine Punkte mehr. Die Gegnerinnen nutzten ihre Chance und bauten ihren Vorsprung aus. Die Aufholjagd der Frauen vom Kräherwald, die in den ersten drei Vierteln nur einen einzigen Dreipunkt-Wurf versenkt hatten, kam im letzten Spielabschnitt zu spät. Zwar drangen sie nun in die Lücken in der Verteidigung des Gegners hinein und auch die wichtigen Distanzwürfe gelangen. Doch der Rückstand war zu groß. Als die Schiedsrichter nach einem Foul an Birte Bencker in den finalen Sekunden des Spiels keine Freiwürfe gaben, war die Partie entschieden.
„An den beiden Freiwürfen darf es nicht scheitern“, sagte der MTV-Trainer Sebastian Rohrbach. „Es reicht einfach nicht aus, im letzten Viertel noch mal aufzudrehen.“ Im Training will der Coach in dieser Woche nun „eine Schippe drauflegen“. Denn: „Wir haben Luft nach oben. Da muss jetzt ein Ruck durch die Mannschaft gehen.“
MTV Stuttgart: Birte Bencker (10 Punkte), Lena Dinklage (2), Valentina Galusic (18), Vera Genten (8), Katrin Hellmann (5), Amelie Rebmann, Sophie Rebmann (14), Lara Reckmann (7).

(Stuttgarter Zeitung, Thomas Weingärtner)

Die Roten Teufel lassen Dreier regnen

Der MTV Stuttgart verliert in der 1. Regionalliga beim 1. FC Kaiserslautern mit 72:89.

Die Basketballer des MTV Stuttgart haben in der 1. Regionalliga ihren ersten Rückschlag im neuen Jahr hinnehmen müssen. Nach dem überzeugenden Sieg gegen die Gießen Pointers setzte es am Sonntagabend in Kaiserslautern die erste Niederlage der Rückrunde – 72:89 (39:47) hieß es am Ende aus Sicht des MTV. Ein Ergebnis, das durchaus auch in Ordnung geht.
So richtig überzeugt haben die Nord-Stuttgarter nämlich nur in der Anfangsphase der Begegnung. Nach einem Blitzstart führte der MTV mit elf Punkten (17:6), verlor anschließend aber größtenteils den Faden in seinem Spiel. „Am Anfang hatten wir eine brutal gute Quote“, sagte der MTV-Coach Torsten Böhringer. „Danach haben wir den Vorsprung aber total hergeschenkt“, so der 33-Jährige. Mitte des dritten Viertels lagen die MTV-Basketballer dann schon mit 15 Punkten (45:60) zurück, ehe sie fast noch einmal den Anschluss fanden und binnen vier Minuten wieder auf vier Punkte herankamen (57:61). Im letzten Viertel zog der gastgebende 1. FC Kaiserslautern dann aber durch einen schnellen 10:2-Lauf uneinholbar davon.
Auf die Frage nach den Gründen für die Niederlage nannte der MTV-Coach vor allem das unzureichende Umschaltverhalten seiner Akteure vom Angriff in die Abwehr. „Das hat ein mögliches Erfolgserlebnis verhindert“, so der Coach. Die Folge: Zu viele offene Dreier für die Gastgeber, die sich so in einen kleinen Rausch spielten und insgesamt fast 40 Prozent aller Würfe aus der Distanz trafen. Vor allem der Lauterer Shooting Guard Ronny Weihmann erwischte einen Sahnetag. Fünf seiner zehn Versuche fernab der Dreierlinie verwandelte der ausgewiesene Scharfschütze – eine starke Quote, die es in der 1. Regionalliga nicht oft zu sehen gibt. „Sie haben uns von außen kaputt geschossen und Weihmann war besonders gut drauf“, sagte Torsten Böhringer zur Leistung der Lauterer.
Zu allem Überfluss kam für den Coach hinzu, dass Milos Mandic Anfang des zweiten Viertels verletzt ausgewechselt werden musste. Der Forward knickte während des Spiels unglücklich um, soll aber am kommenden Samstag gegen den ASC Mainz wieder einsatzbereit sein. Das gilt auch für Center Andreas Nicklaus, der in Kaiserslautern aufgrund eines Magen-Darm-Infekts fehlte. Bester Spieler beim MTV war wie so oft in dieser Spielzeit Nick Mosley. Ihm gelang mit 23 Punkten und 14 Rebounds ein Double-Double: ein doppelt zweistelliges Ergebnis.
MTV Stuttgart: Nickolas O’Brian Mosley (23 Punkte), Fekremariam Abraha (2), Milos Mandic (4), Jonas Leidel (17), Alexander Komitakis (2), Christopher Ley (2), Rafail Kaltzidis (9), Cyril Antoine da Silva (10), Jose Angel Tejada-Munoz (3).

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)

Zum Auftakt gleich ein ganz harter Brocken

Der MTV empfängt den USC Freiburg II.

Auf die Basketballerinnen des MTV Stuttgart um ihren Trainer Sebastian Rohrbach wartet im ersten Spiel des Jahres ein harter Brocken. Der Regionalligist empfängt am Samstag, 12. Januar, den Tabellendritten USC Freiburg II. Im Hinspiel hat die Mannschaft eine schwere Niederlage verbucht, morgen nun wollen die Nord-Stuttgarterinnen in eigener Halle die Rechnung begleichen. Aktuell steht der MTV auf dem sechsten Tabellenplatz mit dem Ziel, sich deutlich von den Abstiegsplätzen zu distanzieren.
In Vera Genten ist eine Leistungsträgerin wieder einsatzfähig, die dringend benötigt wird. Außerdem haben sich die Stuttgarterinnen kurz vor der Winterpause mit Allrounderin Valentina Galusic verstärkt. „Valentina ist eine weitere große Spielerin, die uns sicher weiterhelfen wird“, sagt Sebastian Rohrbach. Obwohl die Gäste die Favoritenrolle inne haben, hofft der MTV- Spielleiter auf einen Sieg seines Teams. „Freiburg ist zweifellos ein starker Gegner, aber wir wollen das erste Heimspiel im neuen Jahr trotzdem gewinnen“, sagt er. Die Spielerinnen seien kampfbereit.
Die vergangenen beiden Wochen haben die Basketballerinnen des MTV genutzt, um auf „Betriebstemperatur“ zu kommen. Dafür standen nicht nur die üblichen Trainingseinheiten im Terminkalender, sondern auch ein Testspiel gegen die eigene zweite Mannschaft. „Es war gut, dass wir eine Pause hatten, aber jetzt sind wir wieder voll motiviert. Die Spielerinnen sind heiß auf die Begegnung“, sagt der Coach.
Mit dem USC Freiburg II steht dem MTV eine gut eingespielte Mannschaft ins Haus. Die druckvolle Verteidigung der Gäste hat auch schon in der vergangenen Saison für eine Herausforderung gesorgt. Auch offensiv sind die Breisgauerinnen kein Kind von Traurigkeit. Schnelle Fastbreaks und Konter machen die Mannschaft brandgefährlich. „Aber auch wir haben uns weiterentwickelt und werden alles geben“, sagt Sebastian Rohrbach.

(Stuttgarter Zeitung, Thomas Weingärtner)

Der Co-Trainer übernimmt vorübergehend das Training

Weil MTV-Trainer Torsten Böhringer auf einer Fortbildung weilt, hat Anestis Fesatidis das Sagen.

Die Basketballer des MTV Stuttgart müssen in den kommenden Wochen ohne Torsten Böhringer auskommen – zumindest unter der Woche. Der Trainer des Basketball-Regionalligisten hat eine neue Stelle im Vertrieb eines Pharmaunternehmens gefunden und weilt wegen einer Weiterbildung bis Ende Januar in Saarbrücken. Co-Trainer Anestis Fesatidis wird in dieser Zeit die Trainingseinheiten leiten. Bei den Spielen wird der Chefcoach aber wie gewohnt an der Seitenlinie stehen – auch an diesem Sonntag, 13. Januar, wenn die Nord-Stuttgarter in Kaiserslautern antreten.
Was das Training betrifft, sind Böhringer und sein Stellvertreter freilich in regelmäßigem Austausch. „Wir haben vorab geplant, welche Themen wir angehen wollen“, sagt Fesatidis. Nach dem überzeugenden Sieg gegen die Gießen Pointers wollen die Nord-Stuttgarter weiterhin an ihren Problemfeldern, der Offensive und dem Rebounding, arbeiten.
Diese wollen sie schnellstmöglich in den Griff bekommen. Denn: gegen den 1. FC Kaiserslautern und dem ASC Theresianum Mainz stehen an den beiden kommenden Spieltagen wegweisende Partien an. Beide Konkurrenten stehen in der Tabelle hinter dem MTV. Gewinnt das Team von Torsten Böhringer die Spiele – das Thema Abstieg wäre wohl endgültig ad acta gelegt. „Der Januar ist entscheidend“, betont denn auch Anestis Fesatidis. Die jüngste Entwicklung stimmt den Co-Trainer aber positiv: „Wir sind zufrieden mit dem vergangenen Ergebnis und wollen jetzt darauf aufbauen.“
Für die Partie beim 1. FC Kaiserslautern sieht Fesatidis in der Zone unter dem Korb die größten Gefahren lauern. „Lautern hat wirklich gefährliche Big Men“, sagt der Deutsch-Grieche. Die Big Men, das sind die Forwards Waldemar Nap und John Barber Junior, die beide im Schnitt zweistellig punkten. Allerdings ist sich auch Fesatidis bewusst: „Mit unserem Nick Mosley können wir da gut dagegenhalten“, sagt er. Schließlich kommt der US-amerikanische Forward, der über einen überaus dynamischen Zug zum Korb verfügt, im Schnitt auch auf 25 Punkte pro Partie und ist damit aktuell der alleinige Topscorer in der 1. Regionalliga.

(Stuttgarter Zeitung, Simon Valachovic)