Der MTV Stuttgart empfängt den Tabellenfünften TV Lich II in der Sporthalle West. 

Es dürften derzeit spannende Tage für die Verantwortlichen des MTV Stuttgart sein: Der Basketball-Regionalligist kämpft aktuell in der vierthöchsten Liga Deutschlands um den Klassenverbleib und konnte sich in den vergangenen Wochen noch nicht so recht entscheiden, wo er denn nun hin will; bleiben oder gehen? Das Ziel ist dabei selbstverständlich klar, einzig der Klassenerhalt ist die akzeptierte Alternative zum am Saisonbeginn ausgegebenen Ziel: „ein Platz im Mittelfeld“. Aber was die Leistungen auf dem Feld angeht, präsentierten sich die rot-weißen Basketballer vom Kräherwald durchaus ambivalent. Mal kämpferisch und aufopferungsvoll wie beim souveränen 75:69 Derbysieg gegen den SV Fellbach, mal inkonstant und glücklos wie bei der deutlichen 62:81 Klatsche vor Wochenfrist gegen den TV Langen.

Nun steht mit der Partie gegen den TV Lich II ein Härtetest bevor, der – zumindest was den Zeitpunkt angeht – durchaus ungelegen kommt für den MTV aus Stuttgart. Drei Begegnungen stehen in der laufenden Punktrunde noch aus. Drei Spiele, in denen es um jeden Punkt geht, bei denen jeder Sieg ungemein wichtig wäre. Es sind die Wochen der Entscheidung für das Team aus der Landeshauptstadt, die schlussendlich Klarheit darüber herstellen werden, ob man auch in der kommenden Saison in der 1. Regionalliga spielt – oder eben nicht.

Dem MTV-Trainer Torsten Böhringer ist diese ganze Spekulation aber herzlich egal: „Egal gegen wen es jetzt noch geht, alle drei Spiele sind wichtig. Ein Sieg ist dabei das Mindeste, zwei Siege wären ideal.“ Und gegen die Reserve aus Lich soll dabei der Grundstein gelegt werden. Ein Sieg wird zwar schwierig, das sieht Böhringer genau so, nichts desto trotz wäre es aber „super, auch da die Punkte mitzunehmen“. Zum Problem für die Stuttgarter könnte dabei der ehemalige Bundesligaprofi und Nationalspieler Johannes Lischka werden, der früher unter anderem auch das Trikot der Walter Tigers Tübingen trug und nach einer schweren Erkrankung nun für den TV Lich II auf der Center-Position aufläuft. Den schwer zu verteidigenden Hünen gilt es in den Griff zu bekommen, erklärt Böhringer. Ansonsten würden die Duelle unter dem Korb zu einer einseitigen Sache werden, „der Johannes hat wirklich eine unglaubliche Qualität“.

Allerdings fällt in Alexander Komitakis genau der Stuttgarter Mann für solche Defensivaufgaben verletzungsbedingt aus. „Alexander hat sich einen Haarriss im Bein zugezogen. Das ist natürlich sehr bitter für uns.“ Wer die Lücke füllen soll, weiß Böhringer noch nicht so genau. Aber: „Es wird ein schweres Spiel, das wissen wir alle. Deshalb werden wir Lich alles entgegensetzen, was wir zu bieten haben“, gibt sich der MTV-Coach trotz aller Widrigkeiten kämpferisch. Und Böhringer hofft dabei auch auf die Unterstützung der MTV-Fans: „Mit einer vollen Tribüne im Rücken sind wir mindestens ein Mann mehr. Dann ist sowieso alles möglich.“

Jan Ehrhardt (Nordrundschau)